Protest in Rumpenheim

Fluglärmgegner vor dem Haus von Tarek Al-Wazir

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Offenbach - Etwa 50 Fluglärmgegner haben am Samstagvormittag in Rumpenheim vor dem Haus von Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir gegen das von ihm eingeführte Lärmpausenmodell protestiert. Ein Korso aus Autos und Fahrrädern stoppte vor Al-Wazirs Domizil.

Er und seine Familie waren jedoch nicht zu Hause. Die Aktion ist selbst unter Fluglärmgegnern umstritten. So teilte die Bürgerinitiative Rumpenheim, die regelmäßig an den Montagsdemos teilnimmt, mit, auch ein Minister habe ein Anrecht auf Privatsphäre. Seine Familie mit einer solchen Situation zu konfrontieren, sei unangemessen und nicht zu rechtfertigen. Selbst führende Vertreter der Bürgerinitiative Luftverkehr würden eine solche Aktion ablehnen, heißt es. Für Hans Schinke, einen der Initiatoren des Korsos, zeigt die behördliche Genehmigung der Aktion „den völligen Irrsinn der Lärmschutzregelungen in Deutschland“. Nach den erteilten Auflagen durfte der Protest vor dem Haus nicht lauter sein als 80 db(A), bei der Fahrt durchs Wohngebiet ansonsten nicht lauter als 60 db(A). „Bei den Flugzeugen hingegen wird der Krach mit Spitzenwerten über 80 dB(A) nach dem Fluglärmschutzgesetz auf harmlose Durchschnittswerte heruntergerechnet. “ Dass die Stimmen der Bürger leiser sein müssten als der Dauerkrach am Himmel sei der eigentliche Skandal, findet Schinke.

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