Fluglärm-Protest mit Riesenposter am Kaiserlei

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Protest per Plakat: 900 Euro lässt sich die Stadt Offenbach das Riesenposter an der Strahlenberger Straße in Fahrtrichtung Frankfurt kosten. Enthüllt wurde es von OB Horst Schneider (rechts) und Stadtrat Paul-Gerhard Weiß.

Offenbach/Wiesbaden (ad./dpa) - Offenbach geht in Sachen Protest gegen Fluglärm neue Wege. Auf einem Riesenposter am Kaiserlei fordert die Stadt ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und ruft zur Teilnahme an den Montagsdemos am Flughafen auf.

Oberbürgermeister Horst Schneider und Stadtrat Paul-Gerhard Weiß enthüllten gestern das Plakat, an dem nun täglich bis zu 30.000 Autofahrer vorbeikommen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat trotz Lärm-Protesten in mehreren deutschen Flughafenregionen die wirtschaftliche Bedeutung des Luftverkehrs hervorgehoben.

Die berechtigten Interessen von Anwohnern müssten berücksichtigt werden, erklärte Ramsauer bei einer Veranstaltung des Flughafenverbands ADV in Berlin. Eine florierende, global vernetzte Volkswirtschaft und privater Wohlstand seien ohne Nebenwirkungen aber nicht zu haben, sagte Ramsauer etwa mit Blick auf die Proteste in Frankfurt. Insbesondere die Fracht habe Nachtflugbedarf, sagte Ramsauer. In Rheinland-Pfalz bezichtigte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) die hessische Landesregierung der zweifachen Lüge.

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Im Gespräch mit der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ sagte Beck: „Es war mit der hessischen Seite x- mal besprochen, dass es in Frankfurt ein Nachtflugverbot geben muss.“ Aber die CDU/FDP-Regierung habe ihr Wort gebrochen. Zudem weigere sich Hessen entgegen früherer Versprechungen, sich am Flughafen Hahn als Ausweichplatz für Nachtflüge zu beteiligen.

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