Dammtore  geschlossen

Kehrtwende nach Hochwassergefahr: Stadt Offenbach lässt Dammtore offen

Die ersten beiden Dammtore in Rumpenheim haben Mitarbeiter des ESO Stadtservices bereits geschlossen.
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Die ersten beiden Dammtore in Rumpenheim haben Mitarbeiter des ESO Stadtservices bereits geschlossen.

Offenbach bereitet sich frühzeitig vor, um im Falle einer neuen Hochwasser-Welle gewappnet zu sein. Die Schließung weiterer Damm-Tore hat die Stadt nun aber wieder ausgesetzt.

Update vom 02.02.2021, 13:09 Uhr: In Offenbach stagnieren aktuell die Mainpegel. Die Stadt sieht daher vorerst keine Notwendigkeit weitere Tore im Maindamm zu schließen, wie sie am Dienstag bekanntgab. Der Main war am Montag aus seinem Bett heraus über die Uferkante auf den Mainuferfahrradweg in Bürgel geschwappt, nun bleibt der Pegel aber offenbar auf einem Niveau unterhalb von Meldestufe 1. Nur in Würzburg wurde die Meldestufe 1 überschritten.

Am Montag mussten am tiefsten topografischen Punkt in Rumpenheim durch den Stadtservice der Stadtwerke Offenbach zwei Tore geschlossen werden, heute waren zunächst weitere Schließungen in Bürgel geplant. Das hat die für den Hochwasserschutz zuständige Abteilung Straßenunterhaltung laut der Stadt Offenbach nun zunächst ausgesetzt, behält aber die weitere Entwicklung im Blick. Die Tore in Rumpenheim bleiben aufgrund des Hochwassers zunächst geschlossen.

Offenbach: Erste Dammtore im Offenbacher Deich werden geschlossen

Erstmeldung vom 01.02.2021, 18:09 Uhr: Offenbach – Am gestrigen Montag hat der ESO Stadtservice der Stadtwerke damit begonnen, die ersten der insgesamt 13 Dammtore im Offenbacher Deich zu schließen. Der Vorlauf-Referenzpegel für den Hochwasserschutz in Offenbach liegt bei Würzburg. Wie die Stadt mitteilt, ist dort bereits seit Sonntagabend die Meldestufe 1 (340 Zentimeter über Pegel 0) deutlich überschritten. „Normalerweise hat die zuständige Abteilung Straßenbau des ESO beim Erreichen von Stufe 1 rund 48 Stunden Vorlaufzeit, um die Tore zu schließen, bevor das Wasser am Damm steht“, heißt es.

Zurzeit müssen aber auch andere Kriterien beachtet werden: Die Nebenflüsse Fränkische Saale, Sinn, Jossa und Kinzig steigen durch Regen und tauenden Schnee rasch an und entladen ihre Wassermassen in den Main. Zusätzlich könnte der Pegel steigen, weil auch der Wasserstand im Rhein sehr hoch ist und damit die Regulierungsmöglichkeit über die Schleusen nur eingeschränkt möglich ist.

Offenbach: Wegen Hochwasser werden Dammtore geschlossen

Aus diesen Gründen habe man sich entschlossen, früher als vorgesehen mit dem Schließen der Dammtore zu starten. „Begonnen wird mit den Toren, die am niedrigsten gelegen sind“, erläutert Sigrid Aldehoff, Sprecherin der Stadtwerke. Zunächst haben die ESO-Mitarbeiter deswegen gestern die beiden Durchlässe in Rumpenheim – an der Fähre und an der Fischergasse – abgedichtet. Heute soll es in Bürgel weitergehen, wo sich ebenfalls zwei Dammtore befinden, anschließend ist das Tor vor dem Isenburger Schloss an der Reihe. Je nachdem, wie sich der Mainpegel in den kommenden Tagen entwickele, entscheide man, ob weitere, höher gelegene, Deichtore geschlossen werden müssen, sagt Aldehoff.

Tritt der Main über die Ufer, ist auch das Corona-Testzentrum auf dem Mainuferparkplatz betroffen. Noch sei man aber nicht in höchster Alarmbereitschaft, heißt es dazu seitens der Kassenärztlichen Vereinigung.

Währenddessen stellt sich auch die Frage, was mit dem Corona-Testzentrum auf dem Mainuferparkplatz passiert, sollte der Fluss tatsächlich über die Ufer treten. Mitte Januar war die aus mehreren Containern bestehenden Einrichtung in Betrieb genommen worden. Nachdem Offenbacher, die sich auf das Coronavirus testen lassen wollten, dafür monatelang nach Frankfurt fahren mussten, hatte sich die Kassenärztliche Vereinigung (KVH) schließlich für den unmittelbar am Main gelegenen Standort entschieden. Den zuvor ins Spiel gebrachten Messehallen hatte man damals eine Absage erteilt. Bereits bei der Eröffnung war der Umgang mit einem eventuellen Hochwasser Thema.

Offenbach: Aktuell keine Gefahr für Corona-Testzentrum

„Wir haben einen Plan, aber momentan ist noch kein Rückzug notwendig“, sagt KVH-Sprecher Alexander Kowalski auf Anfrage. Hochwassermeldestufe 1 habe auf den Betrieb keine Auswirkungen, erst ab Stufe 2 müsse man aktiv werden. „Dann wird das Testzentrum zurückgebaut, eingelagert und später wieder aufgebaut.“ Innerhalb von 24 Stunden sei ein Rückbau der Container möglich. Die Testkapazitäten, die dann wegfallen würden, könnten andere Zentren in der Umgebung auffangen. Kein Problem, meint Kowalski. Für die Offenbacher bedeutet das aber im Zweifelsfall wieder reichlich Fahrerei.

Noch aber ist man bei der KVH in Sachen Hochwasser relativ entspannt. „Wir haben das im Blick, sind aber noch nicht in höchster Alarmbereitschaft.“ (Von Lena Jochum)

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