Flutlicht für Fuchs und Has’

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Das Gesetz gebiete es so, sagt die Stadt: Wegen der Verkehrssicherungspflicht müssen Lampen „Anlieger“-Straßen an leeren Bauplätzen ausleuchten.

Offenbach ‐ Im künftigen Wohngebiet An den Eichen sind momentan noch Lohwald-Fuchs und -Has’ beim Gute-Nacht-Sagen weitgehend unter sich. Das aber wenigstens bestens beleuchtet. Von Thomas Kirstein

Autofahrer, die einen beliebten Schleichweg zwischen der Bundesstraße 448 und der Mühlheimer Straße nutzen, werden schier geblendet von der flutlichtartigen Illumination des bis auf vier Häuser noch unbebauten 7,6-Hektar-Areals zwischen Bieberer Feld und Bahnlinie.

45 Straßenlaternen erhellen seit dem vergangenen November großflächig die dunklen Stunden in der Einsamkeit des Offenbacher Stadtrands. Sie bescheinen nicht nur die Durchgangsstraße am Rand des Baugebiets, sondern auch ein Dutzend bislang unbebauter Stichstraßen. Potentielle Bauherren, die es abends dorthin verschlägt, dürfen es als deutlichen Beweis begreifen, dass sich die Stadt bei einer bereits tadellos funktionierenden Infrastruktur nicht hat lumpen lassen. Zeitweilig brannten die Straßenlampen auch tagsüber. Das wird mit notwendigen Wartung- und Kontrollarbeiten begründet.

Der modernste Straßenlaternen-Typ

Hintergrund ist aber keineswegs eine von der vermarktenden Stadtwerke-Holding gewollte effektvolle Lichtwerbung um Eigenheim-Interessenten. Stadt-Sprecher Carlo Wölfel teilt nach Rückfrage beim zuständigen Amt für Baumanagement und Stadtplanung mit: „Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht sind wir per Gesetz verpflichtet, öffentliche Straßen und Wege, soweit sie für den Verkehr freigegeben sind, nachts zu beleuchten.“ Dass während dieser Winternächte in diesen Anliegerstraßen ohne Anlieger kein Verkehr stattfindet, spielt keine Rolle. Auch nicht, dass in zahlreichen Kommunen Deutschlands die Straßenbeleuchtung zwischen 22 und 5 Uhr ausgeknipst wird.

Immerhin brennt An den Eichen der modernste (und teuerste) Straßenlaternen-Typ, der derzeit erhältlich ist. Der Stromverbrauch soll sich laut Wölfel in vertretbaren Grenzen halten. In die Kosten hat die Stadt zwar momentan keinen Einblick, unsere Recherchen bei der Energieversorgung Offenbach ergaben jedoch, dass sich die Stadt entgegen dem sehr hellen Anschein kaum ruiniert: Der Betrieb jeder der 100-Watt-Natriumdampfleuchten soll pro Nacht unter 20 Cent liegen - pro Jahr wären das insgesamt rund 2500 Euro.

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