Pandemie

Neue Strategie in Offenbach: Sechs Wochen Lolli-Tests in Kitas – Folgenreiches Schlecken

Der Lolli-Test hat sich in vielen Städten bewährt.
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Der Lolli-Test hat sich in vielen Städten bewährt.

Eine erweiterte Test-Strategie soll in Offenbacher Kitas für mehr Sicherheit sorgen. Genutzt werden dafür auch sogenannte Lolli-Tests.

Offenbach - Diese Lutscher sind nicht süß, dafür können die Folgen des Schleckens bitter sein: Gibt es bei einem sogenannten Lolli-Test in einem Offenbacher Kindergarten ein einziges positives Ergebnis, muss die ganze Gruppe in 14-tägige Corona-Quarantäne. Das ist Teil der erweiterten Teststrategie, die die Stadt Offenbach ab 7. Juni einschlagen will.

Vom kommenden Montag (07.06.2021) an werden – zunächst für einen Zeitraum von sechs Wochen – neben Beschäftigen auch Kita-Kinder einmal wöchentlich auf das Coronavirus getestet. So soll ein höchstmöglicher Infektionsschutz für Kinder und Beschäftigte in den Betreuungseinrichtungen erreicht werden. Benutzt werden, wie bereits erfolgreich in mehreren Städten Deutschlands, sogenannte Lolli-Tests in Kombination mit einer PCR-Pool-Testung.

Offenbach: Neue Corona-Test-Strategie in Kindergärten – Proben auf „sanfte“ Art entnehmen

Dabei werden die Proben auf eine einfache und „sanfte“ Art entnommen: Die Kinder müssen nur an Stäbchen schlecken. Die Ergebnisse gelten als sehr zuverlässig. Die Kosten teilen sich Land und Stadt. Die Tests werden von einem externen Anbieter durchgeführt und sind freiwillig.

Gesundheitsdezernentin Sabine Groß zeigt sich erleichtert, dass die wochen- und teils monatelang von der Kita und sozialen Kontakten ausgesperrten Kleinsten jetzt wieder im Regelbetrieb sind – und das mit mehr Sicherheit. Derartige Einrichtungen, das weiß die Dezernentin, sind und bleiben ein Ort, an dem Corona-Regeln nicht einzuhalten sind. Kinder können und sollen keinen Abstand von 1,5 m zueinander und zu ihren Erzieherinnen einhalten. „Deshalb setzen wir auf Testungen, auch vor dem Hintergrund, dass Impfungen für Kinder im Alter von null bis sechs Jahren in absehbarer Zeit nicht möglich sind“, erklärt Sabine Groß.

Corona in Offenbach: Lolli-Tests in Kitas – „Vorteil liegt in kindgerechten Probeentnahme“

Oberbürgermeister Felix Schwenke bedauert, dass sich Bund und Land weiterhin nicht zu einer flächendeckenden Testung von Kita-Kindern hätten durchringen können: ,,Dabei wäre das insbesondere mit Blick auf die Zeit nach den Sommerferien besonders wichtig.“ Immerhin gebe es jetzt die Zusage zur anteiligen Kostenübernahme des Landes Hessen bis zu den Sommerferien.

So entwickelte Offenbachs Verwaltungsstab in den vergangenen Wochen ein praktikables Modell, das eine wöchentliche Testung der Kita-Kinder möglich macht. Aber, so macht OB Schwenke deutlich: „Es handelt sich wegen der beschränkten Finanzierungszusage leider nur um einen begrenzten Zeitraum.“

Getestet werden Kita-Kinder im Alter von null bis sechs Jahren. Eltern müssen eine Einverständniserklärung abgeben. „Der Vorteil liegt vor allem in der kindgerechten Probeentnahme, die in den Alltag der Kinder eingebunden und welche ohne Fachkenntnisse und großen Aufwand durchgeführt werden kann“, so Sabine Groß.

Lolli-Tests für Kita-Kinder in Offenbach: Auswertung im Labor - Folgen für die ganze Gruppe

Zum Ablauf der Lolli-Tests: Eine komplette Kita-Gruppe lutscht zu Beginn des Kita-Tages, zum Beispiel im Morgenkreis, für etwa 30 Sekunden an einen Tupfer – eben so wie an einem Lolli. Anschließend stecken alle ihr Stäbchen in ein gemeinsames Pool-Röhrchen. Eine Kita-Gruppe entspricht einem Pool.

Da es sich nicht um Schnell-, sondern PCR-Tests handelt, gehen die Röhrchen im Anschluss zur Auswertung in ein Labor. Mit dieser Methode lassen sich mögliche Corona-Infektionen zuverlässiger feststellen als mit einem Schnelltest. Der Befund wird Kitaleitung und Gesundheitsamt übermittelt. Sollte ein Gruppentest positiv ausfallen, müssen alle Teilnehmer des Pools einen weiteren PCR-Test machen lassen – in diesem Fall einzeln. Die gesamte Gruppe des positiven Test-Pools muss sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben – unabhängig davon, ob die Nachtestung im Einzelfall negativ ausfällt.

Auch Kinder, die nicht an der Pool-Testung teilgenommen haben, aber der „positiven“ Gruppe angehören, gehen als Kontaktpersonen in 14-tägige Isolation begeben. Über alle weiteren Quarantäne- und Kontaktnachverfolgungsmaßnahmen informiert das Gesundheitsamt.

„Da die Testung im Labor stattfindet, wird im Fall eines positiven Ergebnisses die Kita angerufen und informiert“, ergänzt Dezernentin Groß. Anders als bei üblichen Schnelltests bleibe die oft belastende Feststellung in der Gruppe für Kinder und Beschäftigte erspart. (tk)

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