Fortschritte in der Modellregion Rhein-Main

Offenbach - Beim Aufbau der Elektromobilität in Deutschland hat der Region Rhein-Main eine große Bedeutung. Sie wird seit 2009 vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert. Von Marc Kuhn

Mehr als 130 Bewerber hatten sich um das Programm Modellregionen Elektromobilität beworben, acht wurden ausgewählt. Für die Modellregion Rhein-Main wurde die Projektstelle bei der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) angesiedelt. Sie ist zuständig für ein Gebiet, das sich von Wörrstadt bis nach Kassel erstreckt.

Mit dem bisherigen Verlauf des Vorhabens zeigte sich die SOH sehr zufrieden. „Die Menschen haben ein ganz großes Interesse“, sagte Christine Wüst, als SOH-Sprecherin zuständig für Elektromobilität, unserer Zeitung. Das Projekt sei zwar zunächst schleppend angelaufen. Wüst sprach aber von einer zunehmend positiven Tendenz. Die Technik sei einerseits sehr verlässlich. Andererseits gebe es in einigen Bereichen, beispielsweise bei der Reichweite der Elektrofahrzeuge, oft noch Pionierleistungen. Die Ergebnisse der Projekte würden an das Ministerium weitergeleitet, berichtete Wüst.

Elektroautos sollen auf die Straße

In der ersten Phase des Vorhabens sei es darum gegangen, Lust und Akzeptanz für das Thema Elektromobilität in der Bevölkerung zu schaffen. Jetzt sollten Fahrzeuge auf die Straße gebracht werden.

Das erste Förderprogramm lief über den Zeitraum 2009 bis 2011. Aus dem Kojunkturpaket II wurden Mittel in Höhe von 500 Millionen Euro von der Bundesregierung bereitgestellt, die acht Modellregionen erhielten 130 Millionen Euro. Insgesamt seien 15 Projekte erfolgreich umgesetzt worden, erklärte Wüst. So hätten die Offenbacher in der Nähe der Berliner Straße die Möglichkeit, aus der S-Bahn auf ein Elektroauto oder -fahrrad umzusteigen. Zudem gebe es in der Stadt und in Darmstadt Hybrid-Müllwagen. In dieser Phase sind etwa 490 Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen und rund 260 Ladestationen aufgebaut worden. Im September des vergangenen Jahres ist ein neues Förderprogramm gestartet. Es läuft mindestens bis Ende 2013. Projekte können bis ins Jahr 2015 umgesetzt werden. Für die Modellregionen in Deutschland sollen etwa 67 Millionen Euro bereitgestellt werden. Ziel der Bundesregierung ist unter anderem der Aufbau von sogenannten Flottenlösungen und die Vernetzung der Angebote.

Autos Unternehmen zur Verfügung stellen

Die SOH arbeite bisher mit sieben Partnern zusammen, erläuterte Sprecherin Wüst. Die Anträge auf Förderung würden zurzeit beim Ministerium eingereicht. Wüst rechnet in den nächsten drei Monaten mit Entscheidungen. Die SOH plant das Projekt EMIO - Elektromobilität in Offenbach. Nach den Worten von Wüst sollen Unternehmen in der Stadt 40 Elektroautos zur Verfügung gestellt werden.

Zudem wolle der Flughafenbetreiber Fraport einen Teil seiner Fahrzeuge auf elektrisch betriebene Wagen umstellen. Und eine Wohnungsbaugesellschaft plane, Mietern Elektrofahrzeuge anzubieten. Wohnen und Mobilität sollten auf diese Weise vernetzt werden, sagte Wüst. Aber auch die Kasseler Verkehrsgesellschaft und Eon-Mitte wollen in diesem Förderzeitraum Projekte umsetzen.

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