Namen aus der Klinikgeschichte

Dr. Wilhelm Köhler
1 von 10
Dr. Wilhelm Köhler ist 1887 als „Krankenhaus-Oberarzt“ Chef des Hauses geworden und kann als der erste Modernisierer gesehen werden. Von seiner Hand stammt der Grundriss in H-Form, der dem Neubau von 1894 am Starkenburgring seine Gestalt gab. Als Köhler 1908 in den Ruhestand ging, wurde ihm der Titel „Geheimer Medizinalrat“ verliehen. Er starb 1917. Köhlers Engagement könnte familiäre Wurzeln gehabt haben. Als behördlich bestellter „Kreisarzt“ hat schon sein Vater seit 1860 nebenbei auch die Patienten im alten Spital betreut.
Dr. Erich Rebentisch
2 von 10
Dr. Erich Rebentisch kam 1898 als Köhlers Stellvertreter ins Haus und wurde 1908 Chef. Im 1. Weltkrieg leitete er das im Stadtkrankenhaus eingerichtete Reservelazarett. Sein Sohn Prof. Dr. med. Ernst Rebentisch (* 1920) durchlief in den 1950er Jahren im Stadtkrankenhaus seine chirurgische Facharztausbildung. 1969 Kommandeur der Akademie des Sanitäts- und Gesundheitswesens (Bundeswehr), 1980 Inspekteur des Sanitätsdienstes (Großen Bundesverdienstkreuz) in den Ruhestand. 2009 „Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft“.
Professor Dr. Willy Haas
3 von 10
Professor Dr. Willy Haas trug in den ersten Nachkriegsjahren mit an der Last des Trümmeraufräumens. Als Chirurg genoss er in der Bevölkerung eine ungewöhnlich hohe Wertschätzung. In einer Umfrage der Offenbach-Post erhielt er von einer überwältigenden Mehrheit der Leser den Titel „Der beliebteste Offenbacher“. Haas hat als letzter die 1900 erbaute Direktorenvilla an der Sprendlinger Landstraße bewohnt, die heute der Psychiatrie als Tagesklinik dient. Im Alter von 67 Jahren trat er 1957 in den Ruhestand. 1969 ist er verstorben.
Professor Dr. Herbert Lewin
4 von 10
Professor Dr. Herbert Lewin leitete von 1949 bis 1967 die Frauenklinik des damaligen Stadtkrankenhauses. Unter anderem führte er dort erstmals eine Schwangerenberatung und Vorbereitungskurse ein. Außerhalb der Klinik wirkte er im Bundesgesundheitsrat und im Vorstand der Deutschen Krankenhausgesellschaft am Aufbau des deutschen Gesundheitswesens mit. Von 1963 bis 1969 war der Holocaust-Überlebende Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland. In Hessen führte er den Landesverband der Jüdischen Gemeinden.
Dr. Gerhard Grundmann
5 von 10
Professor Dr. Gerhard Grundmann berichtete gern davon, als Student noch beim berühmten Ferdinand Sauerbruch gehört zu haben. Nach Offenbach kam der Tübinger Dozent 1957 als Chef der Chirurgischen Klinik und Ärztlicher Direktor. 1954 war er mit dem angesehenen Bernhard-von-Langenbeck-Preis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie ausgezeichnet worden. Als er 1981 in den Ruhestand trat, blieb die Erinnerung an seine extrem hohen Leistungsanforderungen zurück. Man sagte: „Wer bei Grundmann gelernt hat, macht Karriere.“ Er starb 2004.
Reinhold Latzke
6 von 10
Reinhold Latzke wurde 1966 zum Verwaltungsdirektor berufen. Auftrag: neues Haus konzipieren, strukturieren, planen, bauen und „zum Laufen“ bringen, den 1974 eröffneten Neubau. Er führte prägend 32 Jahre lang und begründete im Haus ein modernes Management. Zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand bezeichnete Professor Dr. Albrecht Schmidt ihn als „hervorragenden Baumeister, guten Manager und engagierten Anwalt der Patienten“. Latzke starb 2009, kurz nachdem er im neuen Förderverein der Klinikfreunde den Vorsitz übernommen hatte.
Professor Dr. Albrecht Schmidt
7 von 10
Professor Dr. Albrecht Schmidt wurde als Ärztlicher Direktor der Nachfolger von Professors Bruntsch. Schmidt war 1974 mitten in der Umzugsphase als Chefarzt der Chirurgie II nach Offenbach gekommen. Mit der 1975/76 unter Schmidt eingerichteten Abteilung für schwer geschädigte Verbrennungsopfer erfüllt das Klinikum Offenbach eine Aufgabe von bundesweiter Bedeutung. Spezielle Kenntnisse für diesen Fachbereich hatte sich Schmidt unter anderem an US-amerikanischen Kliniken verschafft.
Professor Dr. Karl-Heinz Bruntsch
8 von 10
Professor Dr. Karl-Heinz Bruntsch: Als Chef der Frauenklinik, folgte er Grundmann 1981 in der Funktion des Ärztlichen Direktors. Zu seiner Zeit hatte in der Frauenklinik die Diagnostik durch Spiegelungen innerhalb des Körpers zunehmend Bedeutung gewonnen. Im Neubau von 1974 konnte die Frauenklinik zudem nach modernsten Gesichtspunkten eine gynäkologische Strahlentherapie aufbauen. Bruntsch ging 1988 in den Ruhestand.
Professor Dr. Manfred Bauer
9 von 10
Professor Dr. Manfred Bauer begann 1981 mit dem Aufbau der Psychiatrischen Klinik in Offenbach. Er war Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages, deren Arbeit unter anderem zur Begründung der gemeindenahen Psychiatrie mit Vernetzungen in den außerstationären Lebensbereich führte. Bauer arbeitete in der Arbeitsgemeinschaft Ambulante Dienste mit und beriet Fachinstitute in Russland. Er gründete die „Psychiatrische Stiftung Offenbach“ und war jahrelang Vorsitzender einer Arbeitsgemeinschaft von Psychiatern. 2003 trat Bauer in den Ruhestand.

In das vorletzte Jahrhundert hinein reichen die Namen der Persönlichkeiten, die weit über Offenbach hinaus bekannt waren und das Klinikum Offenbach in Laufe der Geschichte maßgeblich mitgeprägt haben.

Kommentare