Begehrter Piks in den Oberarm

Fragen und Antworten rund um die anstehenden Corona-Impfungen

Kleines Fläschen voller Hoffnung: Um die Corona-Pandemie zu überwinden, ist eine ausreichende Impfung der Bevölkerung notwendig. Die Politik hofft auf Beteiligung der Menschen.
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Kleines Fläschen voller Hoffnung: Um die Corona-Pandemie zu überwinden, ist eine ausreichende Impfung der Bevölkerung notwendig. Die Politik hofft auf Beteiligung der Menschen.

Die Impfzentren der Region stehen, jetzt fehlt nur noch der Impfstoff. Während in ganz Europa auf die Zulassung des Biontech-Vakzins gewartet wird, stellen sich für viele Menschen Fragen nach dem Ablauf der Impfungen und wie man beispielsweise an einen Impftermin kommt.

Offenbach – Nachfolgend haben wir die häufigsten Fragen rund um das Vakzin und die Impfungen zusammengestellt und nach dem aktuellen Stand beantwortet.

Wo gibt es Impfzentren; und zu welchem muss ich gehen?
Hessenweit wurden 28 Impfzentren errichtet. In der Region gibt es folgende:
- Stadt Offenbach: Stadthalle, Waldstraße 312
- Kreis Offenbach: Campusgelände Heusenstamm, Jahnstraße 64
- Main-Kinzig-Kreis: August-Schättner-Halle, Hanau, Martin-Luther-King-Straße 48 und Sporthalle der Kreisrealschule, Gelnhausen, Lohmühlenweg 32
- Kreis Darmstadt-Dieburg: Impfzentrum DaDi Ost, Reinheim, Am Sportzentrum 1a und Impfzentrum DaDi West, Pfungstadt, Ostendstraße 3
Die Impfzentren sind in der Regel gut mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen und haben auch genügend Parkplätze. Zu welchem Impfzentrum man genau gehen muss, bekommt man nach der Anmeldung zu einem Impftermin mitgeteilt. Geimpft wird in den Zentren von 7 bis 22 Uhr.
Wie bekomme ich einen Impftermin?
Die Termine sollen über ein Einladungsverfahren automatisch vergeben werden. Zuerst sollen die Personen geimpft werden, die bei der Priorisierung zur Gruppe 1 zählen, danach Gruppe 2 und dann Gruppe 3. Individuelle Termine können wohl aber auch telefonisch bei der Nummer 116 117 oder online möglich sein. Die Internetadresse dafür ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Anmeldungen sind bisher nicht möglich.
Was muss ich zur Impfung mitbringen?
Die Impfung gegen Sars-Cov-19 wird in den Impfpass eingetragen, deshalb sollte man diesen auch mit zur Impfung nehmen. Was ist, wenn man seinen Pass verloren hat, konnte das Innenministerium bis Redaktionsschluss nicht beantworten. Ob man nach der Anmeldung noch ein Einladungsschreiben bekommt, das man mit zur Impfung mitbringen muss, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt.
Wie läuft mein Impftermin ab?
Nur wer einen Termin hat, kann sich impfen lassen. Bei der Anmeldung gibt man seine Daten an. Zusätzlich soll wohl auch Fieber gemessen werden. In den Zentren soll es sogenannte Impfstraßen geben, über die der Patient geleitet wird. Nach der Anmeldung wird man in eine Impfkabine geführt, wo der Impfstoff verabreicht wird. Vor Ort steht auch immer ein Arzt zur Verfügung, der noch Fragen zum Impfstoff und Nebenwirkungen beantwortet. Man kann sich jederzeit noch gegen eine Impfung entscheiden. Nach dem Verabreichen des Vakzins wird man in einen Ruhebereich geleitet, in dem man 15 Minuten warten kann. Dies soll der Sicherheit dienen, ob sich beispielsweise eine allergische Reaktion zeigt. Nach dem ersten Impftermin wird noch ein zweiter Impftermin vier Wochen später benötigt, um für eine gute Wirkung des Vakzins zu sorgen.
Gibt es eine Impfpflicht?
Nein, es ist auch keine Impfpflicht geplant. Allerdings ist für die Herdenimmunität eine Impfung von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung notwendig. Deshalb sind beispielsweise Patienten, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, darauf angewiesen, dass sich möglichst viele Menschen freiwillig impfen lassen. Außerdem kann es sein, dass beispielsweise private Firmen wie etwa Fluggesellschaften nur noch Menschen mit erfolgter Impfung mit auf Flüge nehmen.
Was ist, wenn ich eine Corona-Infektion hatte? Muss ich mich trotzdem impfen lassen?
Wer erwiesenermaßen eine Corona-Infektion durchgemacht hat, soll zunächst nicht geimpft werden. Sabine Wicker, Fachärztin und Mitglied der Ständigen Impfkommission, geht davon aus, dass einige Monate nach der Infektion zumindest noch eine Teilimmunität besteht.
Kann man trotz Impfung das Coronavirus an andere weitergeben?
Wie infektiös eine Person trotz Impfung ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Eine Weiterverbreitung des Virus trotz Impfung ist möglich. Das vorrangige Ziel des Impfstoffs ist es aber, vor allem die Risikogruppen wie ältere Menschen vor schweren Verläufen zu schützen.
Ich lebe mit meinen Eltern zusammen, die zur Risikogruppe gehören, ich gehöre allerdings selbst auch zur Risikogruppe. Können wir gleichzeitig zur Impfung?
Wahrscheinlich muss man nach derzeitigen Kenntnisstand separat zur Impfung kommen. Eine genaue Stellungnahme war bis Redaktionsschluss nicht mehr von der Corona-Task-Force des Landes Hessen zu erhalten. Zur Zeit werden diese Regelungen noch näher ausgearbeitet.
Ich schaffe es nicht alleine zum Impfzentrum. Wie bekomme ich trotzdem meine Immunisierung?
Für Menschen, die nicht in den Zentren geimpft werden können, beispielsweise Personen in Alten- und Pflegeheimen, stehen mobile Impfteams zur Verfügung, die zu den Menschen kommen.
Warum kann ich mich nicht einfach beim Hausarzt impfen lassen?
Zunächst wird nicht genügend Impfstoff für den Großteil der Bevölkerung parat stehen. Deshalb sollen laut RKI alle Corona-Impfungen in speziellen Zentren stattfinden. Außerdem kann der erste Ansturm auf die Impfung zu einer Überlastung von Arztpraxen führen und somit die restliche Gesundheitsversorgung gefährden. In einer zweiten Phase der nationalen Impfstrategie sollen dann auch die Arztpraxen mit dem Impfstoff ausgestatten werden.
Wird der Impfstoff auch später Kindern und Jugendlichen gespritzt?
Der Wirkstoff wurde in den Studien nur an Personen ab dem 16. Lebensjahr getestet. Deshalb wird er wegen Gründen der Sicherheit und Wirksamkeit zunächst nur Erwachsenen gegeben. Dass der Impfstoff nicht Kindern gespritzt wird, hat mehrere Gründe: Unter anderem muss vor Studien an Kindern und Jugendlichen zuerst in klinischen Tests festgestellt worden sein, dass bei Erwachsenen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auftreten. Außerdem erkranken Kinder weniger stark als Erwachsene.

Die Impfzentren: Personallage und Verdienst

Die Impfzentren in der Region werden von unterschiedlichen Betreibern gemanagt. Im Kreis Offenbach ist das die Firma Ecolog GmbH, in Kreis Darmstadt Dieburg das Deutsche Rote Kreuz Starkenburg, der Main-Kinzig-Kreis betreibt beide Impfzentren selbst zusammen mit einem privaten Personaldienstleister. Die Stadt Offenbach steckt noch in Verhandlungen. Insgesamt haben sich bei der Stadt und den Kreisen schon jeweils Hunderte Personen als Helfer angeboten. In Hessen haben sich bereits mehr als 1000 Ärzte gemeldet, um in den Corona-Impfzentren mitzuarbeiten. Eine erste Liste mit 850 Kontakten sei an sämtliche Zentren ausgegeben worden, teilte die Landesärztekammer in Frankfurt mit. Generell werden überall noch vor allem Ärzte und medizinisches Personal gesucht. Dazu haben die Stadt und die Kreise jeweils auf ihren Webseiten Formulare, auf denen man sich direkt für die Dienste bewerben kann. Eine Schicht dauert in der Regel acht Stunden. Ärzte erhalten 120 Euro brutto pro Stunde vom Land Hessen, medizinisches Personal 50 Euro brutto pro Stunde.

Von Lukas Reus

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