„Fraport hat Lärmschutzzonen falsch berechnet“

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Diese Fotomontage zeigt die Nordwest-Landebahn, wie sie einmal aussehen soll.

Offenbach - Nach dem Baustart der Nordwestbahn schlagen Wogen der Empörung über Flughafenbetreiber und Landesregierung zusammen: Fraport belege Flugrouten ständig neu, um optimierte Ergebnisse bei Fluglärmbelastungen zu erreichen, heißt es in Offenbach. Von Peter Schulte-Holtey 

In der Region brodelt es.

Offenbachs Stadtrat Paul Gerhard Weiß ist der Zorn anzumerken: Seit Beginn des Planfeststellungsverfahrens habe Fraport „schlampig gearbeitet“, erklärte er auf Anfrage unserer Zeitung. Der erste Antrag von Fraport sei bereits nicht genehmigungsfähig gewesen, und der nun entstandene Zeitdruck sei nicht von den Beteiligten, sondern vom Antragsteller selbst zu verantworten.

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Die Stadt Offenbach werde ständig mit neuen Daten konfrontiert, die aber nicht nachvollziehbar seien. Ähnlich harsch fällt die Kritik im Umland aus. „Es ist skandalös, dass Fraport auch nach der Abholzung von hunderten Hektar Bannwald und nach der Aufnahme der Bauarbeiten noch immer nicht sagen kann, welche konkreten Auswirkungen der Ausbau denn nun haben wird“, kritisieren Sprecher der Initiative „Zukunft Rhein-Main“. Fraport habe Lärmschutzzonen falsch berechnet. Für Landrat Enno Siehr (Groß-Gerau), Oberbürgermeister Jens Beutel (Mainz) und Bürgermeisterin Angelika Munck (Hochheim) stellt sich die Frage, ob Fraport gar absichtlich Informationen zurückhält. Nun sei die Landesregierung am Zug.

Fraport weist die Kritik zurück: Alle Verfahrensbeteiligten seien anhand der vom Flughafenbeitreiber gelieferten vorläufigen Berechnungen in der Lage, die zu erwartende Fluglärmbelastung hinreichend abschätzen zu können.

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