Bürgermeister kritisiert „Start frei“

„Fraport hält Leute für dumm“

Offenbach - Peter Schneider ist aufgebracht: Der Bürgermeister bezeichnet die jüngste Publikation „Start frei“ des Flughafenbetreibers „bevölkerungsverdummend“.

Der Grünen-Politiker giftet: „Die Informationspolitik von Fraport grenzt an Demagogie. Der lärmgeplagten Bevölkerung wird in rosaroten Zahlen suggeriert, dass es mit dem Fluglärm ja gar nicht so schlimm und es über den Köpfen leiser geworden ist.“ Ein Trugschluss, denn das vor dem Bau der Nordwestbahn prognostizierte Flugaufkommen sei bei weitem nicht eingetreten. „Demzufolge liegt auch das Lärmniveau niedriger“, so Schneider.

Für ihn lautet die logische Schlussfolgerung: „Der Nordwestbahn hätte es nicht bedurft.“ Auch die oft angeführte Bezeichnung „Jobmaschine Flughafen“ hält der Bürgermeister für unangemessen. Die vor dem Bau hochgerechneten Effekte hätten sich als Luftnummer erwiesen.

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Besonders ärgerlich sei, dass Fraport die Auflage des Bundesverwaltungsgerichtes ignoriere, eine deutliche Reduzierung der Flugbewegungen in den Nachtrandstunden vorzunehmen. Ab 5 Uhr und von 22 bis 23 Uhr werde in unerträglicher Weise gestartet und gelandet. Dabei belege die jüngste Studie der Universität Mainz, dass Fluglärm Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen könne.

mk

Montagsdemo gegen Fluglärm

Montagsdemo gegen Fluglärm

Knapp 1.000 Fluglärmgegner waren bei der letzten Montagsdemo im Frankfurter Flughafen vor den Sommerferien mit dabei. Seit Herbst 2011 fanden im Terminal 1 bislang 67 Demonstrationen statt. Die Demonstranten fordern unter anderem eine Verlängerung des Nachtflugverbots. Bei der jüngsten Demo standen Protestsongs im Mittelpunkt.

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