Seit Ostern verschwunden

Vermisste Frau: Spur führt zum Buchrainweiher

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Gestern Vormittag: Mit ihrem Sonarboot sucht die Polizei den Grund des Waldsees an der Grenze zur Frankfurter Gemarkung ab.

Offenbach - Die Polizei sucht nach einer verschwundenen Offenbacherin. Ein Wilhelmsplatz-Wirt vermisst seine Lebensgefährtin schon seit dem Abend des 21. April. Von Thomas Kirstein

Seit dem Abend des Ostermontags ist die Offenbacherin Barbara Rothe verschwunden. Nun bittet die Kriminalpolizei um Mithilfe. Zuletzt wurde die 70-Jährige gegen 20 Uhr von ihrem Lebensgefährten im gemeinsamen Schrebergarten auf der Rosenhöhe gesehen. Die Vermisste ist etwa 1,65 Meter groß und vollschlank. Sie hat dunkle, fast schulterlange Haare, die dezent rötlich gefärbt sein sollen. Rothe war mit Jeans, orangefarbenem Pullover, heller Jacke und schwarzen Halbstiefeln bekleidet. Am linken kleinen Finger trug sie einen Goldring. Die Kripo bittet um Hinweise unter 069/8098-1234.

Die 70-jährige Barbara Rothe wird seit Ostern vermisst, dieses Bild ist etwa acht Jahre alt.

Offenbacher können Barbara Rothe aus der Gaststätte „Radeberger Stubb’“ am Wilhelmsplatz kennen. Deren Wirt ist ihr Lebensgefährte Achmed Amezzu. Seit 1985 betreiben die beiden das kleine Lokal gemeinsam. „Die Ungewissheit ist furchtbar, jetzt ist sie doch schon die dritte Woche weg“, sagt der 63-Jährige, als er sich an unsere Zeitung wendet, um über eine Einschaltung der Öffentlichkeit zu reden. Von der Polizei hat er seit geraumer Zeit nichts gehört. Seine Partnerin beschreibt der gebürtige Marokkaner mit deutschem Pass als gegenüber anderen Leuten etwas verschlossen. Sie sei ihrem Alter entsprechend körperlich gesund, die inzwischen 34-jährige Beziehung sei intakt, sehe man von üblichen Reibereien ab.

Suche mit Hubschrauber und Hunden

Gestern Nachmittag reagiert die Polizei mit ihrer Vermisstenmeldung. Nach Amezzus Schilderung haben er und Barbara Rothe sich am Ostermontag im Garten getrennt auf den Nachhauseweg in die Innenstadt gemacht. Er im Auto, sie hat lieber laufen wollen. Die Frau kommt nicht daheim an. Ihre Schlüssel und ihre Uhr findet Amezzu später auf dem Kühlschrank der Gartenlaube. Tags darauf meldet er sich bei der Polizei, die, wie er sagt, empfiehlt, erst einmal abzuwarten. Am 28. April wird die offizielle Vermisstenanzeige aufgenommen. Zwei Tage später rollt die polizeiliche Suchroutine an. Der Polizeihubschrauber kreist über der Stadt.

Speziell trainierte Hunde, sogenannte Mantrailer, nehmen auf der Rosenhöhe die Spur auf. Die führt zum westlich der A 661 gelegenen Buchrainweiher. Das für Vermisstensachen und Gewaltverbrechen zuständige Fachkommissariat 11 bestellt Taucher. Die suchen den See ab, finden aber nichts. Gestern morgen wird von einem Schlauchboot aus eine erneute Suche unter der Wasseroberfläche gestartet: Ein Sonargerät liefert dreidimensionale Bilder vom Boden des Gewässers. Auch das bleibt ohne Erfolg. Dass sich Barbara Rothe, die aus Wolfsburg stammt, wo ihre Cousins und Cousinen nichts von ihr gehört haben, neu orientiert haben könnte, scheint unwahrscheinlich. Ihre Kleidung und ihre Papiere seien noch vollständig da, das gemeinsame Konto unangetastet, berichtet Achmed Amezzu, der hörbar um Fassung ringt. Er denkt daran, eine Belohnung für Hinweise auszusetzen: „Ich will doch die Hoffnung nicht aufgeben, dass ich sie lebend wiedersehe.“

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