Ehemalige Industriehalle

„Fredenhagen lebt weiter“

TV-Koch Stefan Marquardt sorgte fürs leibliche Wohl.

Offenbach -  Projektoren, meterhohe Bildschirme und Lasertechnik, welche die Hallen des Backsteinbaus in grünes Licht tauchen. Beim Betreten der Industriehalle auf dem Fredenhagen-Gelände kommt der Besucher ins Staunen. Von Konstanze Löw

Die Betreiber des zum Veranstaltungsort umfunktionierten Gebäudes lockten am Mittwochabend mit einer Kundenveranstaltung, welche die Zukunft Immobilie aufzeigte.

Bis vor sechs Jahren fertigten auf dem Areal an der Sprendlinger Landstraße zirka 100 Arbeiter Fördersysteme für Automobilzulieferer. Mittlerweile finden in den beiden L-förmig angeordneten Hallen Firmenpartys, Messen, Kongresse und Ausstellungen statt.

„Die Hallen umfassen insgesamt 5 000  Quadratmeter, so etwas findet man im Rhein-Main-Gebiet kaum“, schwärmt Nico Ubenauf. Er ist zusammen mit Markus Eisele der Geschäftsführer von Space Management, einem 2012 zur Vermarktung der Hallen gegründeten Unternehmen, das sich dort eingemietet hat.

Um Begeisterung für die ehemaligen Industriebauten an der Sprendlinger auch bei potenziellen Kunden zu wecken, haben Mitarbeiter des kooperierenden Veranstaltungsdienstleisters „satis&fy“ für einen Abend die Hallen in eine regelrechte „Eventlocation“ verwandelt. Den Kunden wurden an Themenstationen Licht- und Tontechnik vorgestellt. Damit sollte veranschaulicht werden, welche Möglichkeiten die „alte Dame“ Fredenhagen, wie sie von den Betreibern liebevoll genannt wird, so bieten kann.

Erste Veranstaltungen bereits im letzten Jahr

Bereits im vergangenen Jahr fanden vereinzelt Veranstaltungen statt. Nun aber komme das ganze Vorhaben erst „so richtig ins Rollen“, sagt Verkaufsleiter Robin Giacomucci. „Im letzten Jahr konnten wir noch nicht richtig loslegen und sanieren, weil sich der ehemalige Eigentümer der Immobilie nicht auf langfristige Pachtverträge einließ“. Das änderte sich Anfang dieses Jahres durch einem Eigentümerwechsel. Dessen Name will man noch nicht nennen. Es handele sich um ein Bauunternehmen, das einen kleinen Teil der Hallen selbst nutzen wolle, verrät Robin Giacomucci. Geplant sei, dass die jeweiligen Arbeitsbereiche getrennt werden, damit sie sich nicht in die Quere kommen.

Mit der neuen Miet-Sicherheit wurden auch die ersten Sanierungsarbeiten umgesetzt: Einen siebenstelligen Betrag hätten „satis&fy“ und die neuen Eigentümer investiert, sagt Ubenauf. Der Boden des „Alten Stahlbaus“, die größere der beiden Hallen, wurde bereits erneuert. „Die Einrichtung von Sanitäranlagen ist der nächste geplante Schritt“, berichtet Giacomucci. „Noch benötigen wir bei Veranstaltungen einen externen Toilettenwagen. Für die Kunden ist das aber mit nicht zu unterschätzenden Zusatzkosten verbunden“, erklären die Betreiber.

Doch trotz des Sanierungsbedarfs scheint das Konzept schon auf Begeisterung zu stoßen. „Wir haben Anfragen aus der Automobilindustrie und sogar aus China“, freut sich Giacomucci über die rege Nachfrage. Gerade die Möglichkeit, die Hallen „Alter Stahlbau“ und „Neuer Stahlbau“ zu kombinieren oder einzeln zu nutzen, erweise sich als praktisch und als Seltenheit bei der Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort.

Stadt als guter Kooperationspartner

Die Stadt Offenbach zeigt sich aus Sicht der Betreiber als guter Kooperationspartner. Langfristig sei eine Zusammenarbeit mit der Kommune und den Offenbacher Verkehrs-Betrieben geplant, die Gäste an die Sprendlinger karren könnten. „Wir wollen auch öffentliche Veranstaltungen reinholen, zum Beispiel Konzerte“, so der Verkaufsleiter zu den Zukunftsplänen. „Fredenhagen lebt so, wenn auch auf eine andere Art, weiter“.

Die Präsentation der mehr als 100 Jahren alten Hallen scheint am Mittwochabend bei den Besuchern gut anzukommen: „Toll, welchen Charme die Hallen ausstrahlen“, schwärmt etwa Nicole Brecht, Veranstaltungsbeauftragte einer Frankfurter Werbeagentur.

Nachdem für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt war – unter anderem TV-Koch Stefan Marquardt stand hinterm Herd –, konnte eine Fassadenprojektion an der Außenwand des Industriebaus bestaunt werden. Fredenhagen erschien also schon an diesem Abend in neuem Licht.

Die Köpfe der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach

Die Köpfe der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach

Kommentare