Fredenhagen steht vor der Schließung

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An der Sprendlinger Landstraße steht der Backsteinbau von Fredenhagen. Jetzt steht das Traditionsunternehmen endgültig vor dem Aus.

Offenbach - (ku) Das insolvente Offenbacher Traditionsunternehmen Fredenhagen steht endgültig vor dem Aus. Ende September sei Schluss, sagte der vorläufige Involzenzverwalter Uwe Kuhmann gestern. „Es sei denn, es geschieht ein Wunder.“ Aber: „Ich sehe keine realistische Chance.“

Fredenhagen habe noch Aufträge für die Zeit bis Ende September, berichtete Geschäftsführer Clemens Vollmer. Im Juli hatte das Unternehmen, das Fördersysteme für die Automobilzulieferer baut, den Insolvenzantrag gestellt.

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Fredenhagen ist insolvent

Kuhmann erwartet, dass das Verfahren Anfang September eröffnet wird. Nach seinen Worten ist es nicht gelungen, einen Investor zu finden. Etwa 70 Mitarbeiter werden ihren Job verlieren. Sie sind gestern über die wirtschaftliche Lage ihrer Firma informiert worden. Nun werde mit Vertretern von Gewerkschaft und Betriebsrat das Gespräch gesucht, um eine „möglichst schonende Übergangsphase“ für die Arbeitnehmer zu erreichen, erklärte Kuhmann. Er erwartet, dass sie in eine Transfergesellschaft wechseln können.

Für die wirtschaftlichen Probleme von Fredenhagen machte Kuhmann die Gesamtsituation in der stark von der Weltwirtschaftskrise gebeutelten Branche verantwortlich. Vollmer spricht von Preisschlachten. „Es ist Wahnsinn, was da abläuft.“ Er gibt aber auch Mängel bei Produkten und Planungen seines Unternehmens zu. Schließlich habe die Auftragsflaute der Firma zu schaffen gemacht. Darüber hinaus klagt Vollmer über finanzielle Belastungen aus der Vergangenheit. Er ist auch Geschäftsführer von KV Capital, einer Beteiligungsgesellschaft, die Fredenhagen im vergangenen Jahr über Stotz Fördersysteme in Kornwestheim von der Familie Kupczyk gekauft hatte.

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