Freie Sicht auf den Neubau

+
Abriss der alten Gebäude und eine neue Psychiatrie: Klinikbetreiber Sana plant umfangreiche bauliche Veränderungen auf dem Krankenhaus-Areal. Kosten soll das Ganze 40 Millionen Euro. Sana-Geschäftsführer Dr. Jens Schick erläuterte gestern die geplanten Veränderungen auf dem Klinikgelände.

Offenbach - „Es handelt sich bei Sana offenbar um einen Betreiber, der gekommen ist, um zu bleiben.“ Diese erleichterte Feststellung trifft der Klinikdezernent Peter Schneider vermutlich zu Recht. Von Matthias Dahmer 

Hat doch Sana-Geschäftsführer Dr. Jens Schick zuvor bauliche Veränderungen auf dem Krankenhaus-Gelände verkündet, die in den nächsten zwei Jahren insgesamt 40 Millionen Euro verschlingen. Die Summe ist Teil der vertraglichen Verpflichtung von Sana, in das Krankenhaus bis zum Jahre 2026 etwa 120 Millionen zu investieren. Hinzu kommt die Zusage, die zum Juli 2013 übernommene ehemals städtische Klinik mindestens über einen Zeitraum von zehn Jahren nicht pleite gehen zu lassen.

Größte bauliche Maßnahmen der nächsten zwei Jahre sind zum einen der Abriss des Altbaus, der 15 Millionen kosten wird, drei Millionen mehr als ursprünglich veranschlagt. Zum anderen ist ein Neubau der Psychiatrie geplant, dessen Kosten von 20 Millionen Euro idealerweise weitgehend über Fördermittel des Landes abgedeckt werden sollen, wie Sana-Statthalter Schick sagt. Der Förderantrag für die Einrichtung mit 100 stationären Plätzen und 15 in einer Tagesklinik, soll im dritten Quartal 2014 abgegeben werden.

Abriss des alten Bettenhauses

Das spektakulärste Vorhaben dürfte indes der Abriss des alten Bettenhauses werden. Stockwerk für Stockwerk soll der weithin sichtbare 14-stöckige Betonklotz, der immer noch das Bild auf dem Gelände zwischen Sprendlinger Landstraße und Starkenburgring prägt, abgetragen werden. Ein Jahr dauern die Abrissarbeiten am sogenannten Z-Bau, die Ende 2014 starten. Für die oberirdischen Etagen sind sechs Monate eingeplant. Nochmal die gleiche Zeit, sagt Sana-Sprecherin Marion Band, nehmen die Kellergeschosse in Anspruch. Zuvor werden die alte Wäscherei und das Gebäude der ehemaligen Strahlentherapie nördlich des Altbaus dem Erdboden gleichgemacht.

Auf dem frei gewordenen Areal, das etwa die Größe eines Fußballfelds hat, entsteht nach den Plänen von Sana eine parkähnliche Freifläche, welche endlich den Hauptzugang zum Neubau zur Geltung bringt und auf der die Hauptzufahrt von der Sprendlinger geschaffen wird. Die „neue Mitte“ des Klinikums ist zudem bestückt mit Parkplätzen und mehreren Haltebuchten für Taxis. Ideen für eine neue Nutzung des freien Geländes, etwa ein Reha-Zentrum, sagt Jens Schick, gebe es derzeit nicht. Wichtig sei zunächst, dass das katastrophale Bild eines den Neubau dominierenden Altbaus verschwinde. Wenn alles läuft wie geplant, ist im Frühjahr 2016 die schon mit dem Neubau geplante Wege- und Verkehrsführung vollendet.

Alle Artikel zum Offenbacher Klinikum im Stadtgespräch

Bevor es an den Abriss geht, muss aber die noch im Altbau untergebrachte Logistik raus. Fest steht, dass das Labor im August in ein Untergeschoss des Neubaus umzieht, was 500.000 Euro kostet. Um die ehemalige Küche als Lager nutzen zu können, sind weitere 600.000 Euro nötig. Noch keine bauliche Lösung ist für die Apotheke im Altbau gefunden. Um die Wege für Patienten und Personal zu verkürzen, soll es bereits Ende Juli eine neue Verbindung zwischen dem Dr.-Erich-Rebentisch-Zentrum am Starkenburgring und dem Neubau geben. Sana-Chef Schick favorisiert eine verglaste Brücke von Gebäude zu Gebäude, die baurechtlich abzusegnen wäre.

Das sind die 20 häufigsten Krankenhaus-Diagnosen

Bilder

Alternativ kommt eine Verlängerung des bestehenden Tunnels in Frage. So oder so: Zwischen 1,5 bis 2 Millionen Euro dürfte die neue Verbindung kosten. Vor dem Abriss steht ebenfalls das aus zwei Gebäuden bestehende und in die Jahre gekommene Schwestern-Wohnheim an der Lortzingstraße. Die verbliebenen drei Mieter sollen bis September draußen sein. „Wir werden ein neues Wohnheim bauen lassen“, verspricht Schick.

Noch nicht entschieden ist über die Zukunft des Reinhold-Latzke-Hauses, in dem die Verwaltung untergebracht ist. Weil dort noch alles funktioniere, sei das der letzte Bau, der angegangen werde, so der Klinik-Geschäftsführer. Überhaupt noch nicht beschäftigt, so Schick weiter, habe man sich mit dem Projekt „Tommy Hall“. Die geplante Therapie-Turnhalle sei so etwas wie die Kür in den Bauplanungen, wie man damit umgehe, werde sich in den nächsten Monaten entscheiden. Auf größere bauliche Veränderungen dürfen sich schließlich auch die zahlreichen Patienten in der überlasteten Notaufnahme des Klinikums freuen.

Kommentare