Hilfsbereitschaft kennt keine Grenzen

Freiwillige Flüchtlingshelfer werden dringend benötigt

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Offenbach - Keine Grenzen kennt in diesen Wochen die Hilfsbereitschaft der Offenbacher Bevölkerung. Unzählige Bürger wollen den Menschen helfen, die aus den Kriegsgebieten ihrer Heimat geflohen sind und derzeit in Offenbach Schutz suchen.

Derzeit haben 452 Flüchtlinge in den drei Notunterkünften der Stadt eine Zuflucht gefunden. Für sie und alle weiteren zu erwartenden Ankömmlinge hat Oberbürgermeister Horst Schneider mit sofortiger Wirkung eine Stabsstelle eingerichtet, die die ehrenamtlichen Angebote aus der Bürgerschaft langfristig koordinieren soll. Die Dimension dieser Aufgabe wird bereits an wenigen Zahlen sichtbar: Beim Amt für Öffentlichkeitsarbeit gingen allein bis Ende vergangener Woche mehr als 600 E-Mails ein, die an die eigens eingerichtete Adresse fluechtlingshilfe@offenbach.de versendet beziehungsweise über das Online-Formular der Stadt (www.offenbach.de/fluechtlinge) erzeugt wurden. Die Angebote der Bürger reichen von Stadtführungen, über Dolmetschen bis hin zur Organisation von Fußballturnieren für Kinder und Jugendliche. „Unter den vielen Angeboten finden sich tolle Ideen, die in der nächsten Zeit umzusetzen sind“, fasst Amtsleiter Matthias Müller zusammen.

Ebenfalls sehr groß ist die Resonanz auf das Bürgertelefon, das die Stadt dank der personellen und technischen Unterstützung des ESO innerhalb kürzester Zeit einrichten konnte. Seit dem 5. September sind dort 1784 Anrufe verzeichnet worden. Die Mitarbeiter an der ESO-Hotline geben - zusätzlich zu ihrem alltäglichen Telefongeschäft - Antworten zu allen Fragen aus der Bevölkerung, sie vermitteln an Ansprechpartner und müssen immer wieder auch um Verständnis bitten, das Sachspenden - wenn überhaupt - nur in begrenztem Rahmen entgegengenommen werden.

Bilder: Einblicke in die Notunterkünfte für Flüchtlinge

Mit sofortiger Wirkung geht nun die Verantwortung für die Organisation von Sachspenden und Betreuungsangeboten an die neue zentrale Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten über, die beim Dezernat des Oberbürgermeisters angesiedelt ist. Die Stabsstelle für ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe hat den Auftrag, freiwillige Angebote von und Bürgern, Vereinen, Initiativen und in Offenbach ansässigen Unternehmen in den Offenbacher Notunterkünften zu koordinieren und mit der Stadtverwaltung abzustimmen.

Räumlich angesiedelt ist die Stabsstelle bis auf weiteres im Freiwilligenzentrum, Domstraße 81. Personell besetzt ist die Stabsstelle mit dem Leiter Reinhard Knecht, der bereits das Referat Ehrenamt leitet, dem Integrationsbeauftragten Luigi Masala sowie der Leiterin des Freiwilligenzentrums, Sigrid Jakob. Für Bürgerkontakt über die Sozialen Medien sucht das Team noch einen Mitarbeiter auf Werkvertragsbasis. Weitere Infos hierzu gibt es bei Reinhard Knecht Tel.: (069)80652624 oder per E-Mail an: reinhard.knecht@offenbach.de. OB Horst Schneider machte gestern noch einmal deutlich, dass durch die im Auftrag des Landes erfolgende Unterbringung von Asylsuchenden enorme zusätzliche personelle wie finanzielle Belastungen entstehen, für die am Ende das Land aufkommen müsse. Eine schriftliche Kostenübernahmeerklärung aus Wiesbaden liege der Stadt vor.

ror

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