Freiwillige gestalten mit

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Sie wollen mit dem Freiwilligenzentrum Offenbach ein dichtes Netzwerk der Ehrenamtlichkeit in der Stadt aufbauen: Horst Thon, Sybille Stallmann-Beseler und Sigrid Jacob.

Offenbach - „Das Ehrenamt gibt es nicht umsonst“, sagt Horst Thon. Dem Vorsitzenden des Freiwilligenzentrums Offenbach (FzOF), Horst Thon, pflichten Schriftführerin Sybille Stallmann-Beseler und Geschäftsführerin Sigrid Jacob zu. Von Thomas Meier

In Offenbach engagieren sich viele Frauen und Männer - in Sportvereinen, in Schulen, in Initiativen, in Kirchen. „Dieses Engagement ist ein unschätzbarer Reichtum fürs Leben in unserer Stadt“, sind sich die Macher im Freiwilligenzentrum sicher.

Sie wollen diese Kräfte bündeln, mehren und von ihren positiven Auswirkungen künden. Manko: die finanzielle Ausstattung. Das Freiwilligenzentrum hängt am Tropf der Stadt und wird ein wenig vom Land unterstützt. Daher möchte man weitere Geldquellen erschließen. Die Initiative für ein Freiwilligenzentrum in Offenbach ist gut zehn Jahre alt, 2001 wurde der Verein offiziell gegründet. Fand er zunächst am Mathildenplatz Unterkunft, so präsentiert er sich seit drei Jahren in der Kaiserstraße 44. Im Franziskushaus bot der Caritasverband dem Verein günstig Räumlichkeiten an.

Seit wir dort sind, haben wir richtig Gas gegeben“, sagt Thon und bekennt, in Zugzwang zu sein. Die angekündigten Taten verpflichten. Das Freiwilligenzentrum spricht alle Bürger an. „Wir wollen Menschen für das freiwillige Engagement gewinnen. Durch unsere Neutralität und Unabhängigkeit möchten wir die Bevölkerungsgruppen erreichen, die andere Zugangswege meiden - etwa über Vereine und Verbände“, sagt Thon.

Man verstehe sich als Anlaufstelle für eine unverbindliche Information über die vielfältigen Engagementformen. Ans Freiwilligenzentrum wenden sich Menschen, die sich gern in die Gesellschaft einbringen möchten. „Viele finden ihre Erfüllung durch Ehrenämter im Verein, andere wenden sich an uns bei ihrer Suche nach dem ehrenamtlichen Engagement“, sagt Stallmann-Beseler. „Durch die Beratung wollen wir versuchen, zwischen den Wünschen und den Bedürfnissen der Interessierten und den Anforderungen der Initiativen, Projekte und Vereine zu vermitteln“, ergänzt Geschäftsführerin Jacob.

Sie ist mit einer Halbtagsstelle derzeit die einzige Hauptamtliche im Freiwilligenzentrum. Dem Verein gehören etwa 20 Mitglieder an. Die Beratung der Freiwilligen, auch in Kleingruppen, ist der zentrale Arbeitsbereich im FzOF. Diese Aufgabe konnte erst nach der Zusammenstellung eines Pools an Einsatzstellen, also einer ausgeweiteten Datenbank, erfolgreich in Angriff genommen werden. 335 Offenbacher Bürger sind derzeit in der Datenbank, davon sind derzeit 94 in Ehrenämtern aktiv.

Verwaltung von 140 Angeboten und 70 Einrichtungen

140 Angebote werden verwaltet, 70 Einrichtungen sind Nutznießer der guten, kostenfreien Taten. Darunter etwa Offenbacher Grundschulen, der Tierschutzverein, die Kinder- und Jugendfarm, das Jugendzentrum Sandgasse, Caritas, Diakonie und weitere. Das Freiwilligenzentrum unterstützt den Tandem-Verein beim Behindertensport mit Blinden und vermittelt Langzeitarbeitslose über 50 in Ehrenämter („Vielen von ihnen fällt in der Untätigkeit die Decke auf den Kopf“).

Vor drei Jahren unterstützte das Freiwilligenzentrum sechs Engagement-Berater, heute gibt es nur einen. „Wir hatten letzte Woche vier Beratungsgespräche mit Leuten, die sich engagieren wollen“, verdeutlicht Jacob den Bedarf nach Beratung in Offenbach. Doch qualifizierte Engagement-Berater, die einordnen können, wo und wie ein Ehrenamts-Suchender am trefflichsten einzusetzen ist, gibt es nicht viele. Froh ist man im Freiwilligenzentrum um Reinhard Knecht und sein Ein-Mann-Referat „Ehrenamt“ in der Stadtverwaltung.

Knecht arbeitet eng mit dem Freiwilligenzentrum zusammen im Bestreben, ein dichtes Netzwerk Ehrenamtlicher in Offenbach zu stricken. Knecht ist mit Thon einer Meinung: „Um effektiv in Sachen Ehrenamt unterstützen zu können, bedarf es weiterer hauptamtlicher Kräfte.“ Knecht unterstützt das Freiwilligenzentrum bei seiner Forderung nach Stellenaufstockung, Horst Thons Satz wiederholend: „Das Ehrenamt gibt es nicht umsonst.“

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