Freiwilligentag in Offenbach

Zulauf abhängig vom Projekt

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Gemeinsam für die gute Sache: Auf der Kinder- und Jugendfarm entstand ein neues Beet.

Offenbach - Nachdem er verirrte Kräuter, Gräser und Wildpflanzen entfernt hat, lockert Gerhard Olker mehrfach die Erde und entfernt restliches Unkraut. Ab und zu stützt er sich auf seine Hacke und verschnauft, ehe er weitermacht. Von Ramona Poltrock 

Schließlich soll im Garten der Kinder- und Jugendfarm ein Kartoffelbeet bepflanzt werden, damit die Kinder im Herbst die Sorten Leyla und Bamberger Hörnchen ernten und bei einem zünftigen Kartoffelfeuer genießen können. Die Arbeit auf der Farm ist eins von insgesamt 18 Projekten in Offenbach und Umgebung anlässlich des Freiwilligentags am Samstag. Getreu dem Motto „Gutes tun für einen Tag“ haben sich erstmals mehr als 200 freiwillige Helfer gemeldet, um gemeinnützigen Vereinen, Organisationen und Projekten ihre Zeit zu widmen.

Auch Gerhard Olker hat den Aktionstag genutzt, um sich über mögliche ehrenamtliche Tätigkeiten zu informieren. „Ende des Jahres höre ich auf zu arbeiten. Deshalb suche ich schon jetzt nach einer neuen sinnvollen Aufgabe, da ich dann wahrscheinlich viel Zeit haben werde“, so der 59-Jährige. Er möchte das restliche Jahr nutzen, um die Vielfalt des Ehrenamts kennenzulernen und das richtige für sich zu finden. Karin Schmitz-Roeckerath freut sich über die aktive Hilfe aller Freiwilligen. „Wir sind richtig glücklich“, so die Mitarbeiterin des dreiköpfigen Farmteams, „denn solche Gartenarbeiten können wir einfach nicht mit den Kindern machen.“ Wohl auch aus diesem Grund nimmt der Verein schon seit mehr als fünf Jahren an dem Aktionstag teil – im nächsten Jahr wieder.

Ob dann die Arbeiterwohlfahrt wieder mit von der Partie ist, bleibt abzuwarten. Denn die erwartete Unterstützung blieb in diesem Jahr aus. Leiterin Marie-Claire Baum-Helwig bedauert den geringen Zulauf Freiwilliger. Sie hatte dazu eingeladen, dem Gemeinschaftsraum der AWO-Seniorenresidenz am Alten Schlachthof einen neuen Anstrich zu verleihen. Letztlich haben sich jedoch nur fünf Helfer aus den eigenen Reihen bereit erklärt, ihren Samstag für die gute Sache zu opfern. Baum-Helwigs Hoffnung für den Freiwilligentag war eigentlich eine andere: „Ich hatte mir vorgestellt, dass Leute von außerhalb kommen und sich vielleicht dazu entschließen, sich das ganze Jahr über als ehrenamtlicher Helfer bei der AWO einzubringen...“

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Veranstalterin Sigrid Jacob sieht die fehlende Beteiligung aus zwei Perspektiven. Ein Aspekt sei es, bei Außenstehenden Interesse zu wecken. Nicht jedes Projekt sei für jeden attraktiv. Andererseits sei es wichtig, „sich und sein Umfeld zu motivieren“, so die Leiterin des Freiwilligenzentrums. Das eigene Engagement zu entwickeln sei dabei nicht weniger wichtig. An Schulen seien ebenfalls Lehrer, Schüler und Eltern eingebunden, um beispielsweise Bänke zu streichen. „Ein Schüler, der eine Bank selbst anstreicht, macht sie wahrscheinlich nicht kaputt.“

In der Summe ziehen Sigrid Jacob und Mitorganisatorin Martina Geßner vom Diakonischen Werk für den Freiwilligentag eine positive Bilanz. „Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden“, sagt Geßner. „Viele Menschen haben sich vom schlechten Wetter nicht abschrecken lassen und trotzdem geholfen.“ Besonders schön zu sehen sei, dass nicht nur Erwachsene an ihrem freien Tag für die Gemeinschaft aktiv waren. Auch Kinder und Jugendliche hätten ihre Freizeit zur Verfügung gestellt, um gemeinsam für einen Tag Gutes zu tun. Das sei aller Ehren wert.

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