Fremder saß im roten Opel

Offenbach - (alk) Mit zwei eher außergewöhnlichen Fällen von Autoaufbrüchen sind die Offenbacher Ermittler befasst. Die Pressestelle der Polizei berichtete gestern von dem nachvollziehbaren Erstaunen einer Frau, die zu ihrem Auto kam und feststellen musste: Da sitzt ja jemand drin, den ich noch nicht einmal kenne.

Dieses Erlebnis hatte eine 58-Jährige am Donnerstag gegen 16.30 Uhr in der Mainstraße. Vor dem Haus mit der Nummer 85 hatte sie ihren roten Opel geparkt, in dem ein ihr fremder Mann saß. Als sie bemerkte, dass die Beifahrerscheibe des Corsas eingeschlagen war und das Autoradio fehlte, sprach sie den Fremden an. Der Mann mit auffällig kräftiger Statur teilte ihr mit, er sitze in dem Auto, weil er auf einen Freund warte. Dann stieg der etwa 30-Jährige aus, verriet noch, dass er Peter heiße und entfernte sich durch den D'Orville-Park.

Die Geschädigte beschrieb den besonders dreisten Dieb als 1,80 bis 1,85 Meter groß, blass, sehr kräftig mit Bierbauch und kurzen blonden Haaren. Bekleidet war er mit einer dunklen Jeans, anthrazitfarbenem Blouson und einer Kappe. Zudem hatte er eine große Plastiktüte mit buntem Aufdruck dabei.

Nicht ganz so kurios war jener Autoaufbruch, den ein Polizist am Donnerstagmittag gegen 13 Uhr in der Schillstraße vereitelte. Dem Beamten fiel ein Mann mit Hund auf, der mit verdächtigem Interesse in geparkte Autos schaute. Der Polizist erinnerte sich, dass vor wenigen Tagen ein Autoaufbrecher in der Körnerstraße aktiv war, der auch einen Hund dabei hatte. Er forderte Unterstützung an und gemeinsam mit einem Kollegen beobachtete er das Treiben des Verdächtigen. Der leinte alsbald seinen Hund an und trat an einen geparkten Wagen. Als er offensichtlich das Fahrzeug gerade knacken wollte, kam zufällig eine Streife der Stadtpolizei vorbei, so dass er sein Vorhaben beendete.

Die Ordnungshüter nahmen den Mann, einen 28-jährigen Offenbacher, fest. Er hatte in der Tasche einen Nothammer dabei. Das Werkzeug verwenden Diebe häufig zum Einschlagen von Autoscheiben. In der Wohnung des Verdächtigen fanden die Polizisten anschließend zwei mobile Navigationsgeräte - ein Auto hat der Offenbacher allerdings nicht. Die Ermittler prüfen, ob der Einbruch in der Körnerstraße auf sein Konto geht, woher die beiden Navigationsgeräte stammen und ob an dem Nothammer Spuren weiterer Taten zu finden sind.

In beiden Fällen ist die Polizei für Hinweise von Bürgern dankbar, die etwas gesehen haben. Zeugen erreichen die Arbeitsgruppe der Polizei mit dem sperrigen Namen „Eigentumsdelikte aus Pkw“ unter 06104/69080.

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