Freudensprünge im Klingspor

Offenbach - (alk) Von Freudensprüngen des Museumsleiters berichtete gestern OB Horst Schneider. Die Nachricht, die Stefan Soltek zum Abheben animierte: Entgegen bisherigen Planungen wird das Klingspormuseum in einem Rutsch um ein Dach aufgestockt und umgebaut. Bislang sah es so aus, als würden die Arbeiten in zwei Etappen ausgeführt - mit vierjähriger Unterbrechung zwischendurch.

1,4 Millionen Euro kosten die nun zusammen gelegten Bauabschnitte. Die gestreckte Ursprungsplanung war noch 70 000 Euro teurer. 471 000 Euro der Investition trägt ein Förderverein, der seit Jahren Spenden für die Aufstockung des Museums sammelt.

Auch das Konjunkturprogramm hilft, Aus- und Umbau auf einen Schlag zu finanzieren. Weil die Stadt den Umbau der Längsstraßen am Wilhelmsplatz nun mit Mitteln aus dem von Bund und Land aufgelegten Programm bezahlt, werden im städtischen Investitionsprogramm für 2010 Mittel frei. Und die ermöglichen es, den Umbau des Klingspormuseums vorzuziehen.

Kern des Vorhabens ist die Aufstockung des Museums um ein Mansarddach. Damit wird mehr als 60 Jahre nach den Kriegszerstörungen die Symmetrie des Büsingpalais' wiederhergestellt. Trauf- und Firsthöhe des neuen Daches orientieren sich nicht am Ursprungszustand, sondern am Dach der benachbarten Bibliothek. Das war nach dem Krieg neu errichtet worden - allerdings unter Missachtung früherer Proportionen. Nun ist es den Planern wichtiger, die Symmetrie herzustellen als den Originalzustand des Klingspor-Daches.

Das Museum gewinnt dank der Aufstockung 122 Quadratmeter Nutzfläche, die die Arbeit erleichtern und bereichern werden. Weitere Umbauten machen das Haus vom Keller- bis zum Dachgeschoss für Rollstuhlfahrer zugänglich. Ein Aufzug wird eingebaut, die Toiletten werden verlegt und einiges mehr. Die rund 13 Monate währenden Bauarbeiten beginnen im Herbst - ohne Unterbrechung des Museumsbetriebs.

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