Ein Freund Kenias und seiner Frauen

Offenbach ‐ Wegen Vergewaltigung seiner kenianischen Lebensgefährtin hat das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck einen 58-Jährigen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Von Matthias Dahmer

Werner L. (Name geändert), der früher selbstständig im Baugewerbe tätig war und derzeit von Hartz IV lebt, präsentierte sich vor Gericht als ein Freund Kenias, seiner Landschaft und insbesondere seiner Frauen.

L. hatte mehrere Jahre in Kenia mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau, einer Einheimischen, gelebt. Nach deren Tod lernte habe er im Jahre 2006 eine damals 28 Jahre alte Frau kennen und nahm sie in sein Haus auf. Inzwischen hat er mit ihr ein dreijähriges Kind. Im Jahre 2009 kam Petty mit dem Kind nach Deutschland und wohnte bei ihm in Offenbach. Warum Petty sie ihn im März dieses Jahres bei der Polizei der Vergewaltigung bezichtigt habe, könne er nicht verstehen, weil er unschuldig sei und eine normale sexuelle Beziehung zwischen ihm und Petty seit deren Ankunft in Deutschland bestanden habe.

Sexuelle Beziehung zu ihrer Schwester

Die Version des Opfers war indes eine andere. Die inzwischen 32-jährige Frau schilderte vor Richter Beck ein von Kontrolle und Gewalt bestimmtes Zusammenleben mit dem Angeklagten in Deutschland. Werner L. sei in Kenia zunächst sehr liebevoll zu ihr gewesen und habe sie finanziell bei ihrem Studium unterstützt. Einige Zeit nach der Geburt des gemeinsamen Kindes, habe sie jedoch zufällig herausbekommen, dass Werner L. auch noch eine sexuelle Beziehung zu ihrer Schwester unterhielt.

Beide hätten dies auch zugegeben. Danach habe sie keinen Sex mehr mit L. haben wollen und ihm dies auch unmissverständlich erklärt. Der 58-Jährige sei dann 2009 nach Deutschland zurückgegangen und habe ihr nur dann Geld nach Kenia geschickt, wenn das Kind krank gewesen sei und sie für den Arzt und Medikamente Geld benötigt habe.

Im März sei es dann zur Vergewaltigung gekommen

Im September 2009 zog Petty auf Einladung eines Deutschen nach Weimar. Auf Druck von Werner L., der ihren Aufenthaltsort ausfindig gemacht hatte, und weil sie dem Kind den Kontakt mit seinem Vater erlauben wollte, fügte sie sich und zog zu L. nach Offenbach. Bald habe er Sex mit ihr gewollt, berichtete das Opfer vor Gericht weiter. Im März 2010 sei es dann zu der Vergewaltigung gekommen.

Weil auch ein ehemaliger Bekannter von Werner L. in seiner Zeugenaussage kein gutes Haar an ihm ließ und die Affäre des Angeklagten mit der Schwester des Opfers als Auslöser der ganzen Probleme bezeichnete, hielt das Schöffengericht die Angaben der 32-jährigen Petty für glaubwürdig und verurteilte den Offenbacher zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Werner L. hat inzwischen Berufung eingelegt.

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