Motor für einen besseren Schulalltag

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Machen sich stark für die Rudolf-Koch-Schule und ihren Freundeskreis: Schulleiterin Christiane Rogler, Jörg Schickedanz, Hartmut Wirth (von vorn).

Offenbach - Was noch zu Schulzeiten unvorstellbar schien, stellt sich bei vielen irgendwann doch ein – die Schul-Nostalgie. Voller Wehmut erinnert sich so mancher an die vergangenen schönen Zeiten. Von Veronika Szeherova

Um dies gemeinsam tun zu können, haben auf den Tag genau vor 50 Jahren 28 ehemalige Schüler, Lehrer und Eltern den Freundeskreis der Rudolf-Koch-Schule gegründet. Seit 1962 hat sich viel verändert. Treffen mit Ehemaligen gibt es immer noch – doch die wichtigste Funktion ist mittlerweile die Förderung der Schule. „Wir sind der älteste Förderverein in Offenbach“, sagt der Vorsitzende Jörg Schickedanz. Vor allem die Einführung von G8 im Jahr 2005 stellte den Freundeskreis vor ungeahnte Herausforderungen. „Auf einmal standen wir vor der Aufgabe, Ganztagsbetrieb zu organisieren“, erinnert sich Schulleiterin Christiane Rogler, zugleich Geschäftsführerin des Freundeskreises.

Nicht nur das Betreuungs-Angebot, vor allem die Verpflegung der Schüler in der Mittagspause wurde zu einer Aufgabe. Rogler: „Es soll eine lohnende Mittagspause sein, nach der die Schüler gestärkt sind. Denn nachmittags unterrichten wir alle Fächer, nicht nur Kunst und Sport.“ Mitglieder des Freundeskreises kümmerten sich um ein geregeltes Mittagessen, bestellten einen Caterer, gaben selbst Essen aus. Mittlerweile macht das die Catering-Firma, verteilt täglich etwa 120 Essen. „Wir sind das erste Offenbacher Gymnasium, das dies geregelt hat“, lobt die Schulleiterin. „Ohne den Freundeskreis wäre das nicht gegangen.“

Auch sonst macht der Freundeskreis viel möglich. Von Schnuppernachmittagen für neue Fünftklässler und dem jährlichen Weihnachtskonzert über Requisiten für Theateraufführungen und einen Tischkicker bis hin zu Beamern, Laptops und neuer Ausstattung für die naturwissenschaftlichen Fächer. „Wir geben das Geld dafür aus, was Stadt und Land nicht übernehmen können“, formuliert es Schickedanz. Bei der Einführung von G8 „wurde ein Brocken draus“.

Etwa 200 Mitglieder

Das Jahresbudget, das sich bei 6000 Euro eingependelt hat, habe damals ein Vielfaches betragen. Damit einher ging ein immenser Verwaltungsaufwand. Minijobs wurden geschaffen, irgendwann wären Lohnbuchhalter, Juristen und Steuerberater notwendig geworden. Zu viel. Der Freundeskreis besann sich auf seine Satzung. „Wir verabschiedeten uns wieder von den 400-Euro-Jobs“, sagt Rogler. Bei der Hausaufgabenbetreuung arbeitet das Gymnasium mit dem Verein Lebenshilfe zusammen.

Um die 200 Mitglieder hat der Freundeskreis, der jährliche Mitgliedsbeitrag liegt bei 15 Euro. Eine weitere Einnahmequelle sind Spenden. „Wenn betagte, ehemalige Schüler zu Besuch kommen und ihren Sitzplatz wiedererkennen, haben sie oft Tränen in den Augen“, schildert Schickedanz. „Manche Abi-Jahrgänge haben auch Gedenktafeln gestiftet.“ Wichtige Einnahmen generiert der Verein aus dem Verkauf von Essen und Getränken bei Schulveranstaltungen.

„Wir zeigen in den letzten Jahren immer mehr Präsenz“, sagt Hartmut Wirth, der seit 32 Jahren Deutsch und Sport unterrichtet, Schriftführer des Freundeskreises und seit 25 Jahren dessen Mitglied ist. Bei Abibällen und anderen Veranstaltungen sind es die „Freundeskreisler“, die Reden halten. Sie verteilen Aufgaben an Klassen und Eltern, wenn es um die Organisation eines Festes geht. Angehende Abiturienten wenden sich an den Freundeskreis, um sich Tipps zur Finanzierung ihrer Abifeier zu holen. Aus dem Schulalltag ist der Förderverein nicht wegzudenken, ist für viele Dinge der Motor.

Das war vor 25 Jahren noch ganz anders. „Die Aktivitäten waren eingeschlafen“, erinnert sich Wirth. Der damalige Schulleiter Karl Keller reaktivierte den Freundeskreis. Mit Lehrerin Angelika Amborn-Morgenstern hat sich nun jemand gefunden, der sich um die Archivierung kümmert. Doch eine lückenlose Chronik gibt es nicht. Sein Jubiläum begeht der Freundeskreis heute ab 17 Uhr im Kommunikationsraum der Rudolf-Koch-Schule mit einer Feier samt geschichtlichem Abriss, Ehrungen, Besuch von Stadtrat Felix Schwenke und anschließend intensiven Gesprächen aller, die sich der Schule verbunden fühlen.

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