Friedenskirche bekommt zum Jubiläum eine eigene Medaille

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So sieht sie aus, die Medaille, die anlässlich des Jubiläums der Friedenskirche geprägt wurde.

Offenbach - Bald einhundert Jahre ist es her, dass am 6. Oktober 1912. nach 16-monatiger Bauzeit die Evangelische Friedenskirche eingeweiht wurde. Von Fabian El-Cheikh

Aus Anlass des Jubiläums – dieses für die Friedenskirchengemeinde bedeutenden Ereignisses – hat der Kirchenvorstand die Herausgabe einer Medaille beschlossen. Die Jubiläumsmedaille nimmt das Motiv des Festzeichens oder Logos, wie es heute heißt, als Bildausschnitt der Kirche auf und verbindet dieses mit Hinweisen auf den Anlass und die Kirchengemeinde. Auf der Jubiläumsseite zeigt die Medaille das Bild der Kirche, wie sie zu sehen ist, wenn man von Osten oder Norden her kommend auf sie zugeht.

Nicht fehlen darf natürlich der Kirchturm, der einen städtebaulichen Akzent im Offenbacher Westend an der Ecke Geleits- und Tulpenhofstraße setzt. Durch den auf der Medaille gewählten Bildausschnitt der Kirche wird die besondere bauliche Situation noch betont. In feiner ausgewogener Darstellungsweise wird der Ausschnitt mit den Jahreszahlen von Einweihung und Jubiläum über einem floralen Kreuzmotiv zu einem Gesamtbild verbunden.

Wie man volkstümlich von den zwei Seiten einer Medaille oder Münze spricht, so hat auch die Jubiläumsmedaille der Friedenskirchengemeinde eine zweite Seite. Sie zeigt, wie Hans Möller – Gemeindemitglied und früherer Betreuer der Münzsammlung des Offenbacher Stadtmuseums – erläutert, das Kirchensiegel der Gemeinde mit der Arche Noah auf bewegter See, umfasst von einem Regenbogen und Blattzweigen, wie es in anderer Darstellung auch auf dem Relief über der Kirchenpforte zu sehen ist.

Medaille von Künstler Pawel Wojtczak

Gestaltet wurde die Medaille von dem polnischen Künstler Pawel Wojtczak. Die Ausprägung erfolgte in der tschechischen Staatsmünze zu Jablonec nad Nisou, vormals Gablonz, in Nordböhmen. Bekannt ist der Prägeort insbesondere durch seine Industrie von Glaswaren und Schmuck-imitationen. Die kleine Signatur auf der Jubiläumsseite am rechten Medaillenrand über dem Dach des Pfarrhauses verweist auf die Herkunft des Stückes. Die 30 Millimeter große und 14 Gramm schwere Medaille ist aus so genanntem Schwedischen Gold, das wegen seiner Hauptbestandteile Kupfer und Zink auch als Messing bezeichnet wird.

Größe und Gepräge der Medaille ähneln dem einer Münze und man spricht deshalb noch heute gerne bei solchen Stücken von Gedenkmünzen, obwohl sie keine Geldstücke mehr sind. Das war früher anders, als der Metallwert noch dem Geldwert entsprach und Medaillen deshalb als Gedenkmünzen oder Gedenkpfennige bezeichnet wurden.

Medaillen gibt es bereits von verschiedenen Kirchen in Offenbach, erwähnt sei hier etwa die Französisch-Reformierte Kirche und die Katholische Kirche St. Paul. Desgleichen finden sich Abbildungen von Kirchen als Teil einer Stadtbildwiedergabe auch auf Medaillen, die aus städtischem Anlass geprägt wurden wie anlässlich der 1000-Jahrfeier Offenbachs im Jahr 1977.

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