Frisch aus der Schönheitsfarm

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Nach der symbolischen Schlüsselübergabe machen sich die Kinder der Bachschule an den Anschnitt des süßen Gebäcks. Ob Oberbürgermeister Horst Schneider (links) und Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß ein Stück vom Kuchen abbekommen?

Offenbach ‐ „Auch 50 Jahre alte Damen müssen eben mal auf die Schönheitsfarm“, sagt Kerstin Wolf – und erntet Gelächter. Bei besagter „alter Dame“ handelt es sich schließlich nicht um ein menschliches Wesen, das nachtragend reagieren könnte. Von Jörn Polzin

Gemeint ist die Turnhalle der Bachschule, deren Direktorin Wolf ist. Die Halle wurde nach einer Rundumerneuerung gestern offiziell eingeweiht. Sechs Monate hat der „Patient“ Turnhalle für diese „Operation“ unterm Messer gelegen. Die Planung hatte das Offenbacher Architekturbüro Pätzold übernommen. Das Resultat der Sanierung kann sich sehen lassen. Vor allem die südwestliche Ecke des Gebäudes erscheint im neuen Gewand. Risse in Dach und Wänden gehören ebenso wie Wasserschäden der Vergangenheit an. Wolf erinnert sich noch gut an die zurückliegenden Jahre, „die nicht immer problemlos waren.“

Die gesamte Außenfassade der Halle wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgestattet, Fenster und Türen sowie die komplette Sanitäranlage erneuert. „Im vergangenen halben Jahr hat sich hier einiges getan. Wir haben nun eine Halle, die alle Bedingungen erfüllt“, freut sich Oberbürgermeister Horst Schneider, der die Bachschule noch aus seiner eigenen Schulzeit kennt.

Dies ist freilich nicht der Grund, warum die Sanierung der Turnhalle auf der städtischen Prioriätenliste weiter nach oben gerutscht war. „Dank des Konjunkturprogramms konnten die Arbeiten vorgezogen werden“, erklärt Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß. Zu zwei Dritteln werden die Kosten von 1,8 Millionen Euro aus dem sogenannten Zukunftsinvestitionsprogramm abgedeckt.

Rückblick: Im Jahr 2006 hatte sich die Rathaus-Koalition darauf verständigt, binnen zehn Jahren 250 Millionen Euro in Erweiterung und Sanierung der 30 städtischen Schulgebäude zu stecken und eine Prioritätenliste erstellt. Alleine in diesem Jahr fließen knapp fünf Millionen in die Sanierung der Friedrich-Ebert-Schule, Fröbelschule und eben der Bachschule.

Zwar habe man im ersten Bauzustandsbericht lediglich „kleinere Reperaturarbeiten“ festgestellt, doch sei schnell klar gewesen, dass die Halle an der Friedensstraße eine Grundüberholung benötige, erzählt Weiß. Eine Leistung, von der nicht nur die Schüler profitieren. Die Zwei-Felder-Halle dient auch Vereinssportlern als Übungsstätte und ist laut Schneider ein Beispiel für die Kooperation von Schulen und Vereinen, die intensiviert werden soll.

Und zwar spätestens dann, wenn die Sanierung und Erweiterung an der Grundschule Buchhügel beendet ist. In der neuen Drei-Felder-Halle sollen Schüler und Vereinssportler gleichermaßen zum Zuge kommen. „Wir werden das Programm konsequent weiterführen“, sagt Schneider, wohlwissend, dass es noch einiges zu tun gibt. So auch an der Bachschule.

Mit dem zweiten Teil aus dem Investitionspaket soll der Nachmittagsbetrieb an der Haupt- und Realschule gefördert werden. Bedeutet: Die Einrichtung erhält modernere Aufenthalts- und Verpflegungsräume.

Übrigens: Kalte Füße werden die 500 Schüler in der Turnhalle nicht bekommen. Dafür sorgt ein neuer flächen-elastischer Sportboden mit integrierter Fußbodenheizung. Da macht das Spielen, Toben und Tanzen gleich doppelt Spaß. Standesgemäß eingeweiht wurde der angenehm temperierte Untergrund im Rahmenprogramm des offiziellen Teils: Bachschüler hatten für die lokale Politprominenz, Eltern und Gäste ein vielfältiges Programm vorbereitet. Die Tanz-AG, Breakdancer und Streetballer zeigten ihr Können und scheuten dabei – wen mag es verwundern – auch Bodeneinlagen nicht.

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