Frisches Gemüse für Familien

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Wer ein bisschen eigenen Boden hat, wird mit Zaun, Gießkanne, Hacke und Samen ausgestattet, um einen Gemüsegarten anlegen zu können. Inzwischen sind in Rivas auch schon einige Brunnen entstanden, aber die sind teuer, kosten etwa 1000 Euro.

Offenbach - Es ist komfortabel, wenn man einfach den Wasserhahn aufdrehen kann und das kühle Nass fließt: Doch so unkompliziert ist das eben nicht überall. In einem der ärmsten Länder der Welt schon gar nicht. Von Simone Weil

Um die Lebenssituation der Menschen in Offenbachs Partnerstadt Rivas in Nicaragua zu verbessern, engagiert sich seit langer Zeit der kleine Verein Para Nicaragua (Für Nicaragua). Im kommenden Jahr besteht die 30 Mitglieder zählende Organisation seit 25 Jahren.

In Rivas und Umgebung leben etwa 45.000 Menschen. Es herrscht hohe Arbeitslosigkeit, die bei der stetig wachsenden Bevölkerung zur Massenverarmung geführt hat, die sich rasant ausbreitet. Trinkwassermangel, Fehl- und Mangelernährung, unzureichende Schulbildung und mangelhafte hygienische Bedingungen bilden einen kaum zu durchbrechenden Teufelskreis.

Ein Bauprojekt Ende der 80er Jahre führte zur Gründung des Rivenser Stadtteils „Villa Offenbach“. Von 1986 bis 2004 besuchte alle zwei Jahre eine Brigade die Partnerstadt, um vor Ort tatkräftig mit anzupacken: In mehrwöchigen Arbeitseinsätzen hoben Offenbacher  Straßengräben aus, deckten Dächer und schleppten Lehmziegel.

Im Zentrum stehen Aktivitäten

In jüngster Zeit hat sich die Arbeit verändert: Große Arbeitsgruppen, die in dem mittelamerikanischen Land praktische Entwicklungshilfe leisten, gibt es nicht mehr. Jetzt setzt man auf kleinere Initiativen, Partnerorganisationen und das ausgewanderte PaNic-Mitglied Gerhard Ullrich, der die Projekte betreut. Im Zentrum stehen Aktivitäten, die die hygienischen Bedingungen, die Ernährung und Wasserversorgung verbessern sollen.

Bereits seit mehreren Jahren wird das Anlegen von Nutzgärten in der Comunidad „La Chocolata“ unterstützt, wodurch inzwischen über 56 Familien die Möglichkeit erhalten, eigenes Gemüse anzubauen: Statt des sonst üblichen Arme-Leute-Essens, das in der Regel aus Reis und Bohnen besteht, und manchmal noch mit einer Kochbanane ergänzt wird, kommen jetzt auch Tomaten, Paprika, Chili, Gurken und Spinat auf den Tisch. Was die Familie nicht selbst verbraucht, kann sie verkaufen. Ein Kleinbauer berät die Beteiligten.

Stadt Offenbach fördert die Partnerstadt mit jährlich 2000 Euro

Was PaNic bislang geleistet hat, kann sich sehen lassen: Über 200 Latrinen wurden gebaut, Dächer erneuert, über fünf Kilometer Wasserleitungen gelegt und mehrere Brunnen gebaut. Das Geld für die Kleinprojekte mit einem Umfang von etwa 5000 Euro stammt vom Land Hessen, die Stadt Offenbach fördert die Arbeit für die Partnerstadt mit jährlich 2000 Euro. „Doch ein Brunnen kostet etwa 1000 Euro, eine Handpumpe für den Brunnen um die 100 Euro“, erklärt PaNic-Vorsitzender Holger Stöcker. Damit schneller mehr bewegt werden kann, versucht der Verein auch mit eigenen Mitteln, die Arbeit voranzutreiben und sammelt Spenden.

Wer die Arbeit unterstützen und mit Spenden helfen will: Para Nicaragua e.V., Konto 84875, Sparkasse Offenbach, BLZ 505 500 20. Infos auch auf der Internetseite von Paranicaragua.

Seit einigen Jahren nutzen junge Männer die Möglichkeit, statt des Zivildienstes den sogenannten Anderen Dienst im Ausland in Nicaragua zu absolvieren. Träger ist der Offenbacher Verein PaNic. Gerade ist der 19-jährige Felix Dietsch zurückgekehrt. Er hat die Projekte, die der Verein initiiert hat, betreut: Er hat mit Beteiligten gesprochen, versucht, sie zu motivieren und dabei geholfen, neue Aktivitäten ins Rollen zu bringen.

Weil es noch keinen Nachfolger gibt, können sich Interessenten mit ihm in Verbindung setzen, um mehr über die Bedingungen zu erfahren: felix.dietsch@gmx.de

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