Viele freche Schnitte

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Im Haus des Handwerks an der Markwaldstraße finden sich interessierte Friseure ein, um dem 2009 gegründeten Team der Trendformer bei ihrer Arbeit auf die Finger zu schauen - auch Marilyn?

Offenbach ‐ Der Stil der 60er Jahre hält wieder Einzug im Friseurhandwerk: Der Pilzkopf ist zurück – bei Herren und Damen, länger oder kürzer. Von Christina Schäfer

Der von den Beatles geprägte Haarschnitt steht im Mittelpunkt der Mode, und lässt dabei die Frisur dank innovativer Schnitt-, Färbe- und Stylingtechniken in neuem Licht erstrahlen. Als Garanten gegen die saisonale Kurzlebigkeit steht ein weiterer Klassiker im Frühling und Sommer hoch im Kurs: der Bob. Im neuen Design sind sie topmodisch und vor allem unübersehbar. Wem das noch nicht reicht: Auch Locken locken: Wellen und eine ausgeprägte Struktur sind auf dem Kopf angesagt.

Gestern Mittag präsentieren die Friseurinnungen Offenbach und Hanau die neusten Schnitte. Im Haus des Handwerks an der Markwaldstraße finden sich interessierte Friseure ein, um dem 2009 gegründeten Team der Trendformer bei ihrer Arbeit auf die Finger zu schauen. In schwarze Morgenmäntel gehüllt, nehmen die Modelle auf den Hockern Platz. Mit Schere, Bürste, Fön und machen sich die Fachleute ans Werk. Später fallen die Mäntel. Und die Zuschauer lassen sich vom fertigen Schnitt, passendem Make-Up und angesagter Mode inspirieren.

Weitere Frisuren-Impressionen:

Friseurinnung zeigt wichtige Trends

Während Manuela Schönfelder außergewöhnliche Hochsteckfrisuren unter anderem mit einer „Flechtwand“ zeigt, zaubert Gülsüm Kutluktemur mit dem Glätteisen Locken in die dunklen Haare ihres Modells. Besucherin Christine Lindauer schaut genau zu. Sie darf gleich selbst ran. Gülsüm Kutluktemur gibt der Auszubildenden Tipps. „Bisher habe ich mit dem Glätteisen noch keine Locken gemacht“, verrät Lindauer und lässt sich von der Leichtigkeit der Arbeit inspirieren. „Das werde sicherlich demnächst mal bei einer Kundin probieren.“

Auch Doreen Schmieder lässt das Haar ihres Modells locken: Aus schulterlangem Haar wird eine prachtvolle Frisur auf Kinnlänge. Dabei arbeitet Schmieder mit einer handgelegten Wasserwelle. „Da ist wieder richtiges Handwerk gefragt“, betont Helga Littin-Papadopoulos, Obermeisterin der Friseurinnung Stadt und Kreis Offenbach. Mit Obermeister Michael Wiegand von der Friseurinnung Hanau moderiert sie die Präsentation.

Sie erklärt Feinheiten: „Trends“ wurde im Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks von „Hairstyles“ abgelöst. Diese versprechen nun nicht allein chic zu sein, sondern sind von einer gewissen Zeitlosigkeit geprägt. Erlaubt sei etwa der sogenannte Trapezlook: „Eine Seite darf mehr gestylt und ein wenig abstehend sein, die andere Seite ein wenig glatter“, so Doreen Schmieder.

Auch Männer kommen bei dem haarigen Vergnügen nicht zu kurz und tragen in dieser Saison den „Dark Knight“ mit viel Länge am Vorderkopf. Christopher Sattler und Dinah Wiegand demonstrieren es. „Wichtig ist, den Trend für jede Person zu finden“, betont Sattler. Alles ist erlaubt: von punkig über verspielt bis glamourös. Bei Farbe setzt man im Frühjahr und Sommer auf Natürlichkeit – extreme Rottöne haben das Nachsehen.

Begeistert waren die Friseurinnen Brigitte Arzt und Lieselotte Ecke: „Man ist hier einfach hautnah dran.“ Das eine oder andere Detail wollen sie in ihrer täglichen Arbeit umsetzen.

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