Frist für Neubau verlängert

+
Alles neu auf dem Buchhügel: Die farbige Fläche links (Bebauungsplan 628) markiert den gesamten Bereich, der vom Neubau des Polizeipräsidiums berührt ist. Rechts ist das Areal eingezeichnet, auf dem Kinder- und Jugendfarm, Einrichtungen der GOAB sowie ein Besucherzentrum für den Wetterpark angesiedelt werden sollen.

Offenbach ‐ Das große Verschieben für den Neubau des Polizeipräsidiums auf dem Buchhügel ist verschoben. Und schon machen Befürchtungen die Runde, das für die Ordnungshüter im Präsidium Südosthessen dringliche Projekt werde womöglich gar nicht verwirklicht. Von Matthias Dahmer

Fakt ist: Die Fristen für die Hauptbeteiligten sind einvernehmlich verlängert worden. Die mit dem Freiräumen des 3,8 Hektar großen Areals beauftragte Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft, eine Tochter der Stadtwerke Holding (SOH) muss ihre mit 4,3 Millionen Euro ausgestattete Arbeit nun erst bis Ende des nächsten Jahres erledigt haben, die ursprüngliche Planung sah Ende Mai vor. Entsprechend ausgedehnt wird laut SOH-Sprecherin Regina Preis am nächsten Montag die Frist, die im Kaufoptionsvertrag zwischen dem Grundstückeigentümer SOH und dem Land festgehalten ist: Vom 31. Dezember 2012 auf den 31. Juli 2013.

Lesen Sie hierzu außerdem:

Das große Verschieben

Für die Stadt, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider, werde so der Spielraum für die geplanten Verlagerungen der am Buchhügel angesiedelten Vereine und Institutionen etwas größer. Tatsächlich können Kinder und Jugendfarm sowie der Buchhügelhof der GOAB, die auf ein weiter östlich gelegenes Gelände ziehen sollen, jetzt noch länger an ihrem alten Domizil verbleiben. Die Planungen für die zu Teil schon vollzogene Rochade bei Kleintierzüchtern und Kleingärtnern, sagt SOH-Sprecherin Preis, laufen indes weiter wie bisher.

Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen

Dass der Neubau auf dem Buchhügel kommt, ist für die Entscheidungsträger beim Land keine Frage. Der Zeitpunkt aber ist offen. In Wiesbaden ist noch nicht klar, ob das Projekt in Eigenregie des Landes oder im Wege der Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) von einem Investor durchgezogen wird.

Eine Entscheidung darüber soll aber noch in diesem Jahr fallen, versichert Christiane Bockler-Wendtland vom Hessischen Immobilienmanagement, das zum Finanzministerium gehört. Wenn das ÖPP-Verfahren den Zuschlag erhält, muss europaweit ausgeschrieben werden. Dauer des Verfahrens: Durchschnittlich zwei Jahre. Christiane Bockler-Wendtland will sich deshalb auf einen Baubeginn nicht festlegen. Zu den voraussichtlichen Kosten des Projekts - von mehr als 100 Millionen Euro war die Rede - kann sie keine Angaben machen. Die dem Land nicht unangenehme Fristverlängerung sei auf Wunsch der SOH vereinbart worden, so die Sprecherin des Hessischen Immobilienmanagements.

Bei der Polizei wird man die Aussage, das neue Präsidium werde auf jeden Fall gebaut, mit Wohlwollen aufnehmen. Denn es müsse endlich Klarheit herrschen, fordert Personalratsvorsitzender Rudolf Ott, der auf einen vom Ministerium zugesicherten Gesprächstermin verweist.

Kommentare