Froh über den Kunstrasen

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Alte Schule: Auf dem schneebedecktem neuen Kunstrasenplatz im entstehenden Sportzentrum Wiener Ring zeigt Oberbürgermeister Horst Schneider (links) mit Trainingpartner und SFO-Chef Dieter Lindauer (2. von rechts), was er technisch noch drauf hat. Darüber staunen (von links): Andreas Neumann (Vorsitzender FC Bieber), Sportkreisvorsitzender Peter Dinkel, Detlef Reissmann (Vorsitzender SG Wiking), Sportbüro-Leiter Jürgen Weil, Rudi Ball (SG Wiking) und OFC-Vize Volker Eckrich. Die wetterbedingt etwas verunglückte Einweihung des Platzes markiert das Ende des ersten Bauabschnitts im neuen Sportzentrum auf dem Gelände des ehemaligen Tambourbads. Im April 2011 soll die gesamte Anlage fertig sein.

Offenbach ‐ Wohl selten war bei einer offiziellen Einweihung das Wetter unpassender: Im dichten Schneefall übergaben gestern Vertreter von Politik und begünstigten Vereinen den ersten Kunstrasenplatz im entstehenden Sportzentrum Wiener Ring auf dem Gelände des ehemaligen Tambourbads seiner Bestimmung. Von Matthias Dahmer

Gemessen an der Anzahl der Beteiligten am formellen Akt hätte das 767.000 Euro teure Spielfeld im Süden des Areals Normalmaße eigentlich übersteigen müssen. Tatsächlich ist der Fußballplatz, der bereits seit Mitte Dezember vorwiegend vom OFC genutzt wird, aus Kostengründen vier Meter schmaler als üblich. Die für den Wiener Ring verantwortlich zeichnende städtische Tochter Sport- und Freizeit GmbH (SFO) hatte - das Limit von insgesamt fünf Millionen Euro Investitionssumme im Blick - bei der Waldumlage gespart, die wegen der nötiger Abholzungen fällig ist.

Leichter Unmut mischt sich in Zufriedenheit

Kreisfußballwart Karl-Heinz Kohls betonte zwar, dass mit dem Platz alles seine Richtigkeit hat, Spiele bis hinauf zu Jugendbundesliga dort möglich sind. Und Jürgen Weil, Leiter des städtischen Sportbüros, pries ergänzend den Rasen als garantiert klebfreies Granulat-Sand-Gemisch an. Doch Detlef Reissmann, Boss der SG Wiking, die künftig mit den meisten Aktiven dort trainieren wird, wollte trotz seiner grundsätzlichen Zufriedenheit seinen leichten Unmut nicht verbergen: „Wir bedauern, dass die paar Meter fehlen. Denn in 99 Prozent der Fälle, nämlich im Training, wird quer gespielt.

Beim zweiten Kunstrasenfeld, versprach SFO-Chef Dieter Lindauer, wird's mit 68 mal 105 Meter wieder richtig lang und breit werden. Bis April 2011 soll das im August 2009 begonnene neue Sportzentrum fertig sein. Außer den beiden Kunstrasenplätzen sind zwei weitere Spielfelder aus Naturrasen vorgesehen, eines davon jedoch nur als Kleinspielfeld. Einen Hart- und einen Rasenplatz gibt's unterhalb des alten Schwimmbad-Areals bereits seit vielen Jahren. Vorrangig genutzt wird die neue Sportanlage vom OFC, der SG Wiking und dem FC Bieber. Sie haben zusammen 27 Jugendmannschaften, in denen fast 800 Spieler gemeldet sind.

Wiener Ring und Stadion „mittleres Wunder“

Oberbürgermeister und Sportdezernent Horst Schneider konnte eine „gewisse Genugtuung“ über die zweite Kunstrasenplatz-Einweihung innerhalb von fünf Jahren nicht verhehlen und sieht in dem langfristig kostengünstigen Belag die Zukunft auch für den Profifußball. Sportkreisvorsitzender Peter Dinkel bezeichnete es als ein „mittleres Wunder“, dass nun der Wiener Ring und das neue Stadion für den OFC zustande kommen. Lob gab's von ihm angesichts des gestemmten Projekts für den OB: „Horst, ich bin zufrieden mit dir.“ Für 2011 sagte Dinkel voraus, dass die Landeszuschüsse weniger werden, was die 24 Fußball spielenden Vereine in der Stadt zum Nachdenken über Kooperationen zwingen müsse.

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