Früherkennung äußerst wichtig

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Dr. André Banat

Offenbach ‐ Das Lungenkarzinom ist die dritthäufigste Krebserkrankung. Sie fordert jedoch mehr Todesopfer als Brust- und Prostatakrebs zusammen. Lautet die Diagnose Lungenkrebs, ändert sich das Leben schlagartig. Früherkennung ist deshalb besonders wichtig - aber auch besonders schwierig. Von Veronika Szeherova

Lang anhaltender Husten und Atemnot, starker Gewichtsverlust und Kräfteverfall sind ernst zu nehmende Warnsignale. „Leider warten viele Patienten zu lange, bis sie einen Arzt aufsuchen“, bedauert Dr. André Banat, Leiter des Ambulanten Onkologischen Zentrums am Klinikum Offenbach. „30 Prozent aller Neudiagnosen erfolgen erst im späten Krebsstadium IV.“ Die Sterberate liege dann bei 95 Prozent. Fürs Operieren sei es in diesem Stadium bereits zu spät.

„In Offenbach haben wir jetzt schon hervorragende Computertomographen zur Früherkennung des Lungenkarzinoms“, erläutert der Mediziner. „Im Neubau bekommen wir die neuesten, vierdimensionalen Geräte zur Strahlentherapie“, ergänzt er stolz. Der Standort Offenbach werde somit wegweisend für moderne Krebsbehandlung.

Dr. Martin Römer

In Deutschland erkranken jährlich etwa 50.000 Menschen an Lungenkrebs. Auf den Kreis Offenbach runtergerechnet liegt die Zahl etwa bei 300 neuen Patienten. Dass das Thema die Menschen bewegt, bewies vorgestern die Veranstaltung „Aktion Rückenwind“, zu der viele Besucher ins Rathaus kamen. In Vorträgen und kleineren Gesprächsrunden tauschten sich Experten, Patienten und Angehörige aus. Auch Moritz Krebs, Sohn des im Jahr 2000 an Lungenkrebs verstorbenen Schauspielers Diether Krebs, teilte seine Erfahrungen.

Unsere Zeitung holt heute von 14 bis 16 Uhr exklusiv zwei Experten ans Telefon. Neben Dr. André Banat steht Dr. Martin Römer, leitender Abteilungsarzt Pneumologie, für Fragen rund um Lungenkrebs Rede und Antwort.

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