Frühlingsfest am Buchhügel

Kiloweise Teig gebacken

Mit Tanzdarbietungen in farbenprächtigen Kostümen bereichert der vietnamesische Kulturverein Frankfurt und Umgebung das Programm des Frühlingsfests.  (c)Foto: hhr

Offenbach - Mit einem großen Frühlingsfest auf dem bunt geschmückten Gelände am Buchhügel hat der Trägerverein der Kinder- und Jugendfarm seine Osterferienaktivitäten beschlossen. Von Harald H. Richter 

„Immer wieder kommt ein neuer Frühling, und die Sonne strahlt voll Wonne, denn der Winter ist vorbei“ ist auf dem Textblatt zu lesen, das Nuray Öztürk austeilt. Zwar hat Petrus eher regenverhangene Wolken über die Kinder- und Jugendfarm geschoben. Das hält die junge Mühlheimerin und weitere angehende Erzieherinnen der Offenbacher Fachschule für Sozialpädagogik aber nicht davon ab, mit mehreren Kindern fröhliche Lieder anzustimmen.

Alle sitzen um ein Klangspiel herum, eine Art Xylophon, das bei einer Projektarbeit aus verschiedenen Hölzern entstanden ist. Anlässlich des großen Frühlingsfests vermacht es die Oberstufenklasse mit weiteren Objekten dem Farm-Trägerverein, wozu auch vier Nistkästen für Fledermäuse und Singvögel gehören. Während die singenden Kinder mit großem Vergnügen die Schlägel schwingen und Töne erzeugen, erläutert Sonja Tucker nebenan, was es mit drei hölzernen Boxen auf sich hat, die neugierige Blicke auf sich ziehen. „Das ist eine mehrteilige Fühlstation, die wir mit Naturmaterialien befüllt haben, um die Sinneswahrnehmung der Kinder anzuregen“, erklärt die Studentin. Auch das ist ein Präsent im Sinne guter Nachbarschaft, denn die Käthe-Kollwitz-Schule liegt in Blicknähe zur Kinderfarm.

Seine Verbundenheit zur Einrichtung am Buchhügel bekundet erneut der vietnamesische Kulturverein Frankfurt und Umgebung, der allwöchentlich samstags an der Käthe-Kollwitz-Schule für seine Landsleute deutschen Sprachunterricht abhält. Vergangenes Jahr hat er das Festprogramm auf der Farm um kampfsportliche Darbietungen bereichert. Diesmal bietet der Verein sein knapp 20-köpfiges Tanzensemble auf und bringt in farbenprächtigen Kostümen den Zuschauern fernöstliche Kultur nahe.

Zahlreiche Spielmöglichkeiten

Das junge Publikum vergnügt sich auf dem weitläufigen Gelände an zahlreichen Stationen und bei Mitmachaktionen des Spielmobils. So gibt es bei Corinna Böhme-Prömper vom Imkerverein ein Bienenquiz, bei dem der erst fünfjährige Vincent respektables Wissen beweist und sechs von acht Fragen richtig beantwortet.

Begleitet von ihren Eltern sind die Brüder Jonas und Fabian unterdessen auf Schatzsuche im Heuhaufen, in dem die Farmjungs Stephen und Florian rote Herzen versteckt haben, die es zu finden gilt. Kleine Aufmerksamkeiten belohnen die jungen Spürnasen. Gewinne in großem Stil sind aus dem Losverkauf bei der Riesentombola einzuheimsen.

„1800 Preise hat uns die Geschäftswelt gespendet“, freut sich Petra Reich vom Farmvorstand. An der Ausgabestation füllt sie mit weiteren Helfern wahre Wundertüten mit Preisen, vom Tischgrill bis zum Gesellschaftsspiel. Hauptgewinn ist eine Reise nach Ägypten und besonderer Anreiz, Lose zum Preis von einem Euro zu erstehen. Der Erlös kommt der Farm zugute. Oberbürgermeister Horst Schneider ist gekommen, um zwei Vorstandsmitglieder des Trägervereins auszuzeichnen. Er überreicht Jasmine Imeraj und Antonio Fonseca in Würdigung ihres Engagements über viele Jahre hinweg die Rathausmedaillen.

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Eltern und Kinder nutzen die Gelegenheit, sich ums Lagerfeuer zu versammeln und Stockbrot zu backen. Gut zehn Kilo Teig hat Tanja Folberth vom Farmteam dafür vorbereitet, so dass Enid und Melanie an der Ausgabestelle beschäftigt sind. Auch am Küchenbuffet herrscht Gedränge. Fortwährend kurvt das Farmmobil übers Gelände, gerade müssen Max, Cengiz, Timo und Pascal sich einigen, wer ans Steuer darf. Dort, wo das Federvieh gackert, klärt die achtjährige Julia ihre Oma darüber auf, dass jedem Huhn und auch dem Gockel Namen gegeben sind. „Aber ich weiß sie leider nicht alle“, schränkt sie ein.

An der Staffelei schwingen Kinder die Pinsel. Die siebenjährige Linda ist mit ihrer Mutter aus Frankfurt gekommen. Das Mädchen hat sich für ein tierisches Leinwandmotiv entschieden. Allem Anschein nach dient eins der vier Ponys, die nebenan auf der Weide stehen, als Vorlage. Die Kleinpferde Mandy, Chicco, Blacky und Sonnie freilich scheinen unbeeindruckt von dem Geschehen – sie grasen in aller Ruhe weiter und schütteln allenfalls mal ihre Zottelmähne.

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