Frührentner: Wir sind sozial abgewickelt worden

Mühlheim (ku) - „Die Stimmung ist ganz schön im Keller“, sagt Rolf Vollmer über die Situation bei seinem Noch-Arbeitgeber. Etwa 20 Jahre hat er beim insolventen Druckmaschinenhersteller „manroland“ gearbeitet.

Jetzt hilft er nur noch gelegentlich aus, wenn sein Rat gefragt ist. Seit dem vergangenen Jahr befindet sich Vollmer in der Freistellungsphase der Altersteilzeit. „Viele haben abgeschlossen“, berichtet Vollmer weiter. Gute Mitarbeiter würden das Unternehmen verlassen. „Ganz großer Mist“, sagt der 60-Jährige, wenn er nach der Entwicklung bei „manroland“ gefragt wird.

Am Mittwoch ist Vollmer mit seinen Kollegen, die sich ebenfalls in der Altersteilzeit befinden, darüber informiert worden, wie es nach der Insolvenz für sie weitergeht. „Wir sind sozial abgewickelt worden, wie es heißt“, erläutert Vollmer. Ab 1. Februar sei ihr neuer Arbeitgeber die Agentur für Arbeit, berichtet er. „Ich habe mir mit fast 61 Jahren nicht vorgestellt, dass ich auf das Arbeitsamt muss.“

Sauer ist Vollmer vor allem auf das Management von „manroland“ um Vorstandschef Gerd Finkbeiner. Der habe alles dafür getan, dass der Standort Augsburg im Konzern gut dastehe. Gleichzeitig habe die Belegschaft jahrelang Opfer gebracht. Bei den zahlreichen Umstrukturierungen in dem Unternehmen sind nach Einschätzung von Vollmer aber Fehler gemacht worden. Nun hofft er für seine Kollegen, dass das neue Management besser arbeitet.

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