„Fühlt sich fast wie Urlaub an“

Nach sieben Monaten Pause: Offenbacher Gastronomie empfängt wieder Gäste

Im Tafelspitz schmeckt es ab sofort auch wieder unter freiem Himmel.
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Im Tafelspitz schmeckt es ab sofort auch wieder unter freiem Himmel.

Lange musste man warten, jetzt ist es wieder möglich: der Restaurantbesuch in Offenbach. Und die ersten Gäste sind glücklich, endlich wieder herauszukommen.

Offenbach – Als hätte es da eine Absprache gegeben: Pünktlich zu den Lockerungen nach einer gefühlten Ewigkeit mit strengen Coronamaßnahmen und Einschränkungen spielt auch der Frühling mit. So zog es am gestrigen Sonntag zahlreiche Offenbacher in die Sonne unter den blauen Himmel - und auch endlich wieder in die Gaststätten.

Restaurants und Cafés dürfen seit gestern wieder ihre Pforten öffnen und Gäste empfangen. Für Betreiber wie Besucher eine riesige Erleichterung, schließlich mussten Stühle und Tische sieben Monate lange leer bleiben.

Gastronomie in Offenbach: Nach langer Corona-Pause wieder geöffnet

Alle machen noch nicht mit, an diesem ersten erlaubten Tag: In einigen gastronomischen Betrieben am Wilhelmsplatz etwa wird die Zeit noch genutzt, die Außenbereiche auf Vordermann zu bringen, während nebenan schon serviert wird. Im Tafelspitz zum Beispiel ist schon Vormittag eine ganze Menge los: Um zehn Uhr zum Frühstück ist es direkt voll und auch um die Mittagszeit gibt es großen Zulauf. „Das Wetter und die Laune passen, die Leute sind entspannt“, stellt Geschäftsführer Youssef El Machit fest. Dass sich die Routine erst einmal wieder einpendeln muss, ist klar, schließlich hatte das Lokal seit dem 2. November des letzten Jahres die Türen geschlossen.

Und auch jetzt ist natürlich noch nicht alles beim Alten: Mindestabstände und Masken sind genauso obligatorisch wie ein aktueller negativer Coronatest - es sei denn, der Gast kann seine vollständige Impfung oder Genesung nach einer Covid-Erkrankung belegen. Diese beiden Attribute zählen auch bei der Vorgabe, dass sich nur Personen aus zwei verschiedenen Haushalten treffen dürfen, nicht mit, so dass auch etwas breiter gefächerte Sitzrunden an den Tischen vorkommen dürfen. Registrieren muss sich jeder Gast dennoch für eine eventuelle Rückverfolgung von Kontakten. Das machen die meisten über die Luca-App, erzählt El Machit, bislang hatte er an diesem Vormittag nur zwei Besucher, die die Registrierung auf schriftliche Weise bevorzugen.

Freude über die neue Freiheit: Endlich kann man wieder gemeinsam anstoßen– auch in der Käsmühl.

Gastronomie in Offenbach darf wieder öffnen: Gäste sind begeistert

Die Gäste nehmen die Vorschriften angesichts der Möglichkeit zur Rückkehr ins Stammlokal gerne in Kauf. „Es ist unglaublich, es fühlt sich fast wie Urlaub an“, schwärmt ein Herr, der mit seinen Kumpeln an einem Tisch im Außenbereich sitzt. Sein Freund gegenüber pflichtet ihm bei: „Wir haben es absolut vermisst.“

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Ein kleines bisschen ruhiger geht es noch im Bootshaus in Bürgel zu. Das nimmt Chef Razmik Rerahanessian gelassen, denn für ihn ist dieser Tag der Wiedereröffnung sowieso ein „Probelauf“: An zwölf Tischen ist Platz für 48 Gäste. Wenn das Bootshaus am morgigen Dienstag wieder richtig öffnet, dann sollen es etwa 100 Plätze sein. Aber auch für diesen Sonntag hat er schon so einige Reservierungen, und schnell lassen es sich seine Gäste unter freiem Himmel mit Blick auf den Main schmecken: Sie hätten „lang gewartet“ und seien „sehr gern“ zurückgekommen, freut sich das Paar, das Grüne Soße und Cordon Bleu vor sich stehen hat. Schafskäse mit Preiselbeersoße gibt es bei der Dame am Nachbarstisch: „Sehr gut, ich komme jedes Jahr hierher!“ Zwar hat sie das Bootshaus vermisst, aber konnte immerhin das ein oder andere Mal den Straßenverkauf nutzen, den Rerahanessian mit seinem Team angeboten hat.

Ein leckerer Schafskäse und dazu Blick auf den Main: Eine Bürgelerin genießt ihren ersten Restaurantbesuch im Bootshaus.

Die Außengastronomie in Offenbach darf wieder öffnen

Eine weitere Besucherin verzichtet jedoch darauf, an einem Tisch Platz zu nehmen, es ist wohl noch nicht bis zu ihr vorgedrungen, dass ein Restaurantbesuch die Vorlage eines negativen Coronatests bedingt. Dabei wäre es gerade hier im Bootshaus ein leichtes, sich testen zu lassen, denn in Zusammenarbeit mit dem Zahnforum Bürgel hat Razmik Rerahanessian ein Testcenter hier errichtet, das auch vorerst weiter in Betrieb bleibt.

„Das wird schon gut voll heute“, schätzt Matthias Federau, Betreiber der Käsmühl in Bieber: 200 Reservierungen sind sowohl für das Servicerestaurant als auch für den Biergarten des Traditionslokals eingegangen. „Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen!“ Eine ganze Familie aus Bieber sitzt im Biergarten und freut sich über die wiedergewonnene „Freiheit, was unternehmen zu können und sich wieder mit Freunden und Familie zu treffen.“ Angesichts des warmen Frühlingswetters ist auch schon ganz klar, was hier als erste Erfrischung auf den Tisch kommen muss: „Bier!“ (Von Jan Schuba)

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