Mehr als 30 Teilnehmer bei Stadiontour

Führung vermittelt neue Eindrücke vom „Bersch“

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Rudolf Kranz (Mitte, blaues Hemd) führte die Besucher kenntnisreich durchs Stadion.

Offenbach - Eine Kapazität von 20 500 Zuschauern und ungefähr 25 Millionen Euro Investitionsvolumen für das Sparda-Bank-Hessen-Stadion sind hinreichend bekannte Kennziffern. Aber wer weiß die Zahl der Flutlichtlampen oder kennt die Heizleistung für Haupttribüne und Spielfläche? Von Harald H. Richter

Mehr als 30 Teilnehmer einer Führung durch das Sparda-Bank-Hessen-Stadion jedenfalls verlassen nach einem über zweieinhalbstündigen Rundgang die Heim-Arena ihrer Kickers mit reichlich Zusatzwissen. Rudolf Kranz („Nennt mich einfach Rudi“) hat es ihnen vermittelt. Wie kein Zweiter ruft der 78-Jährige ehemalige Technikleiter Einzelheiten ab zu dem im Februar 2011 begonnenen Abriss der alten Spielstätte und zum neuen Ein-Rang-Stadion im englischen Stil mit seinen vier Einzeltribünen, das die Firma Bremer nach 16 Monaten Bauzeit fertigstellte.

Im Pressezentrum veranschaulichen eine Diaschau sowie eine Animation die schrittweise Beseitigung und den Wiederaufbau. „Das alles geschah bei laufendem Spielbetrieb“, erinnert Kranz, selbst seit 47 Jahren OFC-Mitglied. Im Zugang zur Haupttribüne richtet die Gruppe ihre Aufmerksamkeit nach oben und bestaunt mehrere erhalten gebliebene Scheinwerfer, die den Treppenaufgang erhellen. Dann geht es weiter in die Mixed-Zone, wo Heimmannschaft und gegnerische Elf zuerst aufeinandertreffen, bevor sie das Spielfeld betreten.

Den Teilnehmern der Führung gibt Kranz zunächst Gelegenheit, sich die Gästekabine anzuschauen. „In die der Kickers können wir nicht hinein, weil der Verein das nicht möchte“, erklärt er. Neugierig wird sich umgesehen, wo den Spielern in der Halbzeit eine Standpauke gehalten wird oder sie taktische Anweisungen erhalten. Dann endlich geht es hinaus aufs Spielfeld. Das sich in solch einem Moment einstellende Kribbeln im Bauch verspürt der achtjährige Nils Eiring freilich nicht mehr. „Er ist als Einlaufjunge schon etliche Male durch dieses Tor gegangen“, sagt seine Mutter Tatjana. Diesmal bekommt die gesamte fußballbegeisterte Familie aus dem Vogelsberg Gelegenheit, sich die von der Stadiongesellschaft Bieberer Berg betriebene Spielstätte anzuschauen und mit dem vertraut zu machen, was der Steppke schon kennt.

Daheim gehört der Junge zum Nachwuchs der JSG Birstein, sein sportliches Vorbild steht beim OFC als defensiver Mittelfeldspieler unter Vertrag: Klaus Gjasula. „Von ihm hätte er gar zu gern ein Original-Trikot“, sagt die Mutter. Fürs erste tut’s ein Shirt in Kindergröße aus dem Fanshop mit der Rückennummer des 25-Jährigen. Mit seiner Begeisterung für den OFC hält auch Dieter Seelmann nicht hinterm „Bersch“. Der 71-Jährige lebt mit Ehefrau Eva-Maria abwechselnd in Waldhof und an der Costa Blanca. In Benidorm symbolisiert eine auf ihrem Grundstück aufgezogene Fahne der Rot-Weißen unerschütterliche Verbundenheit mit den Kickers. „Sind wir wieder in Offenbach, besuche ich die Spiele meiner Lieblingself.“

OP-Leser besichtigen Kickers-Stadion (Archiv)

OP-Leser besichtigen Kickers-Stadion

Rudi Kranz ist mit der Gruppe inzwischen am Gästeblock angekommen, der durch einen Sichtschutz sowie ein Durchwurfnetz von der Waldemar-Klein-Tribüne abgegrenzt wird, wo die Anhänger der Heimmannschaft ihre Gesänge anstimmen. Schon einige Spiele hat Tim Schäfer verfolgt, eine Stadionführung aber noch nicht erlebt. Die holt der 15-jährige Schüler aus Heusenstamm in Begleitung seiner Großmutter nach.

Da erfährt auch sie, dass nicht nur 108 Flutlichtlampen abends das Stadionviereck erhellen und 1,5 Millionen Watt Heizleistung für einen wohltemperierten Rasen und die Haupttribüne sorgen, sondern die Fotovoltaik-Anlagen auf den Dächern so viel Energie liefern, um 90 Prozent des Eigenverbrauchs abzudecken. Nach einem letzten Blick ins Technik-Herz des Stadions beschließt Rudolf Kranz den Rundgang, der in der VIP-Zone bei einer Erfrischung sein Ende findet.

Eine weitere Führung gibt es am Dienstag, 22. September, 17.30 Uhr: Anmeldung unter 069/840004701 oder per E-Mail an info@sbb-of.de.

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