Sorglose Eltern im Waldschwimmbad

Fünfjähriges Mädchen am Beckenrand wiederbelebt

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Lebensretter: Badleiter André Kühner und Auszubildende Alexandra Szeremeta haben eine Fünfjährige wiederbelebt.

Offenbach - Es ging um Sekunden: Ein Kind treibt am Donnerstag gegen 13 Uhr auf dem Grund des zu der Zeit stark frequentierten Nichtschwimmerbeckens im Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe.

Eine Frau entdeckt das fünfjährige Mädchen hebt es aus dem Wasser, sofort leisten die Bademeister Soufiane Benahza und Merez Torkhani Erste Hilfe. Badchef André Kühner und Auszubildende Alexandra Szeremeta eilen herbei und leiten Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Mit Erfolg. Kurz darauf atmet die Fünfjährige wieder, ist am Leben. Wenig später ist der Rettungswagen da und bringt das Mädchen ins Krankenhaus.

Lob für die Rettungstat ist Betriebsleiter Kühner eher unangenehm: Das sei schließlich sein Job, sagt er gestern Morgen bescheiden. Als sich dann am späten Vormittag der Fahrer des Rettungswagens noch mal persönlich beim Bad-Team bedankt, allen bescheinigt, dass sie richtig gehandelt haben und ohne ihr schnelles Eingereifen das Mädchen tot wäre, da ist André Kühner dann doch ein bisschen stolz.

Wenig Grund für Lob hat er indes für das Verhalten der Mutter der fast ertrunkenen Fünfjährigen. Die habe sich trotz vorheriger Aufforderung nicht um ihr Kind gekümmert, das noch nicht schwimmen konnte und auch nicht mit Schwimmflügeln ausgerüstet war. Die Mutter habe sich auf der Liegewiese befunden, als ihre Tochter im 25-Meter-Becken untergegangen sei, so Kühner.

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Gefährlich sorglose Eltern, die es mit ihrer Aufsichtspflicht nicht so genau nehmen, sind für die Bademeister auf der Rosenhöhe Alltag. „Wir müssen mehrmals am Tag Kinder rausholen, die nicht schwimmen können“, sagt der Bad-Chef. Zum Glück ist das meistens nicht so dramatisch wie am Donnerstag.

Offenbar sind viele Eltern der Meinung, der Kauf einer Eintrittskarte ins Schwimmbad beinhalte auch die komplette Abgabe jeglicher Überwachung ihres Nachwuchses an die Bademeister. „Eltern haben die nach wie vor die Aufsichtspflicht, das gilt besonders bei den Kindern, die noch nicht schwimmen können“, appelliert André Kühner ans Verantwortungsbewusstsein von Vätern und Müttern. Schließlich könne man gerade in der Hochsaison, wenn Hunderte Abkühlung in den Becken suchten, nicht alles auf einmal überwachen. (mad)

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