Fürs Hospiz tapfer gezittert

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Das dick verpackte Sextett sammelte für das erste stationäre Hospiz in Offenbach rund 700 Euro.

Offenbach ‐ Klingende Kasse trotz klirrender Kälte: Rund 700 Euro spendeten Besucher des Wochenmarktes für einen guten Zweck. Die „Aktion Starkes Offenbach“ sammelte fürs geplante Hospiz „Fanny de la Roche“, dessen Bau für Herbst 2010 vorgesehen ist. An vorderster Sammelfront: Oberbürgermeister Horst Schneider. Von Verena Bongartz

Neben dem Verwaltungschef harrten Bernhard Franzreb, Geschäftsführer des Katholischen Klinikverbundes Südhessen (KKSH), Dr. Stephan Sahm, Chefarzt im Ketteler Krankenhaus, Hospiz- Projektleiterin Margarete Stirner und Dr. Christoph Schaaf, Sprecher der „Aktion Starkes Offenbach“ auf dem Wilhelmsplatz aus. Die Reaktionen der Einkäufer waren durchweg positiv: „Sehr viele Menschen haben sich nach dem Projekt erkundigt, sich das Informationsmaterial angesehen und spontan gespendet“, lautete das Fazit von Bernhard Franzreb. „700 Euro - das ist eine erfreuliche Bilanz.

Spenden für das geplante stationäre Hospiz

Freilich fehlt noch einiges Geld bis zur Realisierung: 1,7 Millionen Euro werden für das Bauprojekt des KKSH benötigt, 200 000 Euro wurden bereits über Spendengelder gesammelt. In direkter Nachbarschaft des Ketteler-Krankenhauses wurden bereits zwei Gebäude erworben, in denen das Hospiz entsteht. Franzreb hofft, dass das Heim bei entsprechender Finanzierung bereits Anfang 2012 bezugsfertig ist.

Wer den Bau des Hospizes finanziell unterstützen möchte, spendet auf das Konto „Ketteler Krankenhaus-Hospiz“ mit dem Verwendungshinweis „Errichtung Hospiz“, Städtische Sparkasse Offenbach (BLZ 505 500 20), Kontonummer 70 20 481.

Die Einrichtung wird bis zu acht schwerkranken und sterbenden Menschen einen Platz bieten, für die in der eigenen häuslichen Umgebung keine ausreichende Betreuung mehr gewährleistet ist. Hierfür sollen im Hospiz geräumige, behindertengerechte Zimmer entstehen, die individuell von den Patienten gestaltet werden können. Als Gemeinschaftsräume sind ein Wohnzimmer, eine geräumige Wohnküche und ein Wintergarten sowie ein „Raum der Stille“ geplant. Auch Angehörige der Hospizbewohner sollen in dem Gebäude vorübergehend wohnen können.

Großes Netzwerk aus ambulanten Hospizdiensten

Ein großes Netzwerk aus den fünf ambulanten Hospizdiensten in Offenbach und Umgebung, niedergelassenen Ärzten, Apotheken, Pflege- und Betreuungspersonal und dem benachbarten Krankenhaus hat sich zusammengefunden, um das Hospiz zu verwirklichen und die bestmögliche Betreuung der späteren Patienten sicherzustellen. Das Bauprojekt ist im Ganzen darauf ausgerichtet, den todkranken Patienten eine angenehme Umgebung zu bieten und eine weitgehend schmerz- und stressfreie Lebensphase zu garantieren.

Das Hospiz wird benannt nach der Freiin de la Roche, die im Orden der „Schwestern von der Göttlichen Vorsehung“ als erste Oberin eingesetzt wurde. Noch heute leistet die Stiftung „Heilig-Geist-Hospital Bensheim“ die aus dem Orden hervorging, karitative Arbeit, ist unter anderem Träger des Katholischen Klinikverbundes Südhessen, dem auch das Ketteler Krankenhaus und das neue Hospiz angehören.

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