Gäste sitzen, Motor steht

+
Die „Kommunikationsecke“ im hinteren Teil der Busse ist geschrumpft. Ein Teil der Sitzplätze fiel dem stehend eingebauten und umweltfreundlicheren Motor zum Opfer. Mitarbeiter der Firma Bonifer, zeigen, dass es trotzdem bequem ist.

Offenbach ‐ 65 Gramm pro Kilometer. Von einem derart geringen Kohlendioxid-Ausstoß können Autohersteller nur träumen. Bei den neuen Bussen der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) ist das zumindest rechnerisch Realität. Denn umgerechnet auf die maximal mögliche Anzahl von Fahrgästen pro Bus ergibt sich dieser niedrige Wert. Von Matthias Dahmer

Selbst wenn man das Rechenexempel der OVB unter der Rubrik Werbung in eigener Sache einordnet, sprechen weitere Zahlen dafür, dass es die lokalen Beförderer ernst meinen mit dem Klimaschutz: Die OVB planen, bis 2013 ihre gesamte Flotte zu modernisieren. Alle 57 Busse sollen dann durch neue ersetzt sein. Derzeit sind bereits 24 Busse ausgetauscht, im nächsten Jahr folgen weitere 8 Fahrzeuge. Gesamtinvestition: rund 17 Millionen Euro.

Auch die Subunternehmen ziehen mit. So hat die Andreas Bonifer Verkehrsunternehmen GmbH vor kurzem 2 Millionen Euro in fünf Fahrzeuge gesteckt, die das Feinste vom Feinen in Sachen Umweltstandards bieten.

Die fünf Neuen des Bieberer Traditionsbetriebs rollen bereits seit einigen Wochen im Linienverkehr. Sie dürften den Fahrgästen schon aufgefallen sein. Sind sie doch mit stehenden Motoren ausgestattet, welche die Optik im hinteren Bereich der Busse deutlich verändert. Die in den bisher eingesetzten Fahrzeugen vorhandene „Kommunikationsecke“ wird durch den stehend eingebauten Motorblock eingeschränkt. Dafür sind sie laut Hersteller verbrauchs-ärmer als Busse mit liegendem Motor. Ihre Abgasnormen entsprechen dem derzeit anspruchsvollsten europäischen Standard für Busse und Lastwagen, der ab 2010 verbindlich wird.

Bonifer fährt für die OVB mit acht eigenen Bussen jährlich ungefähr 500.000 Fahrplankilometer vorwiegend auf den städtischen Linien 103, 104 und 106. Im nächsten Jahr wird das Unternehmen drei weitere Fahrzeuge anschaffen, so dass dann alle Busse des Subunternehmers der OVB nach den neuesten, auf dem Markt erhältlichen Schadstoffklassen ausgestattet sind.

Auch unsere Fahrgäste profitieren“, vergisst OVB-Geschäftsführer Volker Lampmann nicht die Kundschaft - insbesondere vom Komfort der neuen Busse. Eine Klimaanlage sorge im Sommer wie im Winter für angenehme Temperaturen. Die Einrichtung habe eine moderne und gepflegte Optik. Und durch eine wendige, stabile Fahrweise gleiche die Bequemlichkeit der eines Reisebusses, lobt der Geschäftsführer. Selbstverständlich seien die neuen Busse gemäß EU-Norm behindertengerecht und barrierefrei ausgestattet.

Kommentare