Essen für Obdachlose: Kulinarische Freude gemacht

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Spendeten Weihnachtsessen für mehr als 100 Besucher: die Gastronomen Youssef El Machit (links) und Giuseppe Morleo.

Offenbach - „Nun endlich können wir von einer Tradition sprechen“, findet Barbara-Anne Podborny, die Leiterin der Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werkes.

Der Grund: Zum dritten Mal haben die Eigentümer des Restaurants Tafelspitz am Wilhelmsplatz Weihnachtsessen für die Wohnungslosenhilfe gespendet. Das Festessen für die erwarteten 100 Besucher der Teestube brachten die beiden Eigentümer des Tafelspitz, Giuseppe Morleo und sein Kompagnon Youssef El Machit, persönlich an Heiligabend in die Gerberstraße 15.

„Ohne diese Spende würde das Weihnachtsessen deutlich einfacher ausfallen“, betont Podborny. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass unsere Klienten teilhaben können an kulinarischen Höhepunkten, die ja bei den meisten Menschen zu Weihnachten dazu gehören.“

Die Teestube ist ein „Wohnzimmer für Arme“, Rentner, Obdachlose, junge Menschen, Hartz-IV-Empfänger – sie alle fühlen sich wohl und kommen regelmäßig. Sie können hier täglich außer sonntags kostenlos essen, duschen, Wäsche waschen und die Medizinische Ambulanz aufsuchen. Vor allem an Heiligabend versuchen die Mitarbeiter allen Anwesenden ein Gefühl von Normalität zu geben. „Dazu trägt ein solches Festessen natürlich bei“, so Podborny. Und El Machit ergänzt: „Wir wollen zu Weihnachten den Bedürftigen in Offenbach etwas abgeben. Es gibt so viele, die sich so eine Mahlzeit sonst nicht leisten können. Und uns ist wichtig, dass die Hilfe hier an Ort und Stelle ankommt, und wir nicht für einen guten Zweck weit weg spenden.“

Wer ebenfalls spenden möchte: Der Kleiderladen, ebenfalls in der Gerberstraße 15, nimmt gut erhaltene Kleiderspenden für Klein und Groß an, Geldspenden an Spendenkonto 44768 bei der Sparkasse Offenbach, BLZ 50550020.

Und um Bedürftige zu finden, muss man in Offenbach nicht weit gehen. Zwischen 50 und 80 Besucher kommen täglich in die Teestube, manche von ihnen bleiben auch über Nacht in der Einrichtung für Kurzübernachter, die im gleichen Haus untergebracht ist. Zu Weihnachten allerdings sind die räumlichen Kapazitäten der Teestube ausgeschöpft: „Wir hatten mehr als 100 Gäste, die alle versorgt werden wollten und dank der Spende des Tafelspitz auch versorgt werden konnten.“ Auch für Weihnachtsgeschenke für die Gäste war gesorgt. Traditionell packt die Evangelische Kirchengemeinde aus Götzenhain Päckchen, 169 sind es in diesem Jahr gewesen – mehr als je zuvor. Darin befinden sich warme Socken und Pullis, Handschuhe und Schals, aber auch Süßigkeiten.

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