Smileys für Kontrollen bei Gastronomiebetrieben

Ein sauberes Lächeln

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Das Cateringunternehmen O.P.A.L. gehört zu den Produktionsbetrieben mit hoher Risikoeinstufung, weil es Essen an Kinder ausliefert. Da es alle vorgegebenen Kriterien vorbildlich erfüllt, wurde es vom Veterinäramt mit dem Offenbacher Gastro-Smiley ausgezeichnet. Amtsleiterin Karin Haßinger (links) überreichte das Zertifikat den Inhabern Felicitas Friedmann und Hans-Peter Leva.

Offenbach - Das Gelände des ehemaligen Chemiekonzerns Allessa an der Kettelerstraße steht noch immer unter Bewachung gewissenhafter Pförtner. Streng überwacht werden aber nicht nur lagernde Rohstoffe, sondern auch das dort ansässige Cateringunternehmen O. P. A. L. Von Fabian El Cheikh

– und zwar vom städtischen Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz. Weil die Firma, die jeden Tag 2500 Essen an Schulen und Kindergärten im Rhein-Main-Gebiet ausliefert, bei den vergangenen nicht angekündigten Kontrollen in allen Prüfpunkten mit „Sehr gut“ abschnitt, hat sie gestern als erster Caterer den Offenbacher Gastronomie-Smiley erhalten. „Wir freuen uns über die Auszeichnung“, betonen die Firmeninhaber Felicitas Friedmann und Hans-Peter Leva, „der Smiley ist durchaus attraktiv für Werbeaktionen.“

Smiley für gute bis sehr gute Kontrollen

Das unter Offenbacher Gastronomen umstrittene Emblem, das nun auch auf der Eingangstür von O.P.A.L. prangt, soll Restaurantgästen und Kunden signalisieren: „Hier ist alles in bester Ordnung, sowohl was die Hygiene als auch die Einhaltung lebensmittelrechtlicher Bestimmungen betrifft.“

Nachdem öffentliche Negativlisten über problematische Betriebe gerichtlich verboten wurden und eine bundeseinheitliche Hygiene-Ampel im vergangenen Jahr an der Uneinigkeit der Bundesländer gescheitert ist, baut die Leiterin des Veterinäramts, Karin Haßinger, das positive Offenbacher Bewertungssystem zusammen mit dem politisch zuständigen Dezernenten Peter Schneider (Grüne) aus. So können in diesem Jahr erstmals nicht mehr nur Gaststätten, sondern auch produzierende Lebensmittelunternehmer (etwa Käseproduzenten und Milchverarbeiter) sowie Catering-Betriebe bei entsprechend gut bis sehr gut verlaufenen Kontrollen das Smiley beantragen.

„Im kommenden Jahr folgt dann eine zweite Ausweitung auf größere Einrichtungen wie Krankenhaus- oder Altenheimküchen sowie Lebensmittelhandelsbetriebe“, kündigt Haßinger an. Zu guter Letzt sollen im Jahr 2015 die Imbissbuden folgen.

Smiley fristet bislang ein Schattendasein

Bereits vor gut zwei Jahren eingeführt, fristet das Smiley bislang ein Schattendasein. Nur an acht Offenbacher Lokalen lächelt es Gästen am Eingang entgegen. Viele Gaststättenbetreiber verzichteten in der Vergangenheit darauf, ein Smiley zu beantragen. Sie kritisieren mangelnde Transparenz für die Kunden, befürchten Wettbewerbsverzerrungen oder sehen in dem Bewertungssystem schlichtweg keine Vorteile für ihren Betrieb (wir berichteten).

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Für Karin Haßinger sind diese Gründe nicht haltbar: „Wir haben uns viel Mühe gemacht, um auf der Webseite unseres Amtes alle Fragen und Antworten zu dem Bewertungssystem darzustellen.“ Sie argumentiert: „Wir kommen mit diesem System den berechtigtem Interesse vieler Verbraucher nach, die über unsere amtlichen Kontrollergebnisse informiert sein wollen.“ Ähnlich sieht es Verbraucherdezernent Peter Schneider: „Wenn wir schon nicht sagen können, wo der Verbraucher vorsichtig sein muss, dann können wir zumindest aufzeigen, wo er Qualität geboten kriegt.“

Das Cateringunternehmen, das 2008 von Eschborn nach Offenbach gezogen ist, beschäftigt 30 Mitarbeiter und liefert frische, saisonale und regionale Produkte mit hohem Bio-Anteil auch an Offenbacher Kitas und Schulen. Es hat darüber hinaus hundertprozentige Biomenüs im Angebot, in denen alle Zutaten von Salz über Essig und Öl bis zum Fleisch aus kontrolliertem Anbau stammen.

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