Bundespräsidenten sind bisher 75 Offenbacher Familien verbunden

Gaucks neues Patenkind kommt aus Offenbach

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Neben der Urkunde für die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten überreichte Oberbürgermeister Horst Schneider dem kleinen Jovan auch ein Kuscheltier, das er allerdings mit seinen fünf Geschwistern teilen wird. Die Eltern freuten sich neben der Urkunde über einen Scheck im Höhe von 500 Euro.

Offenbach - Große Ehre für Jovan Milanovic-Küstermann. Seit gestern ist der Einjährige offiziell das Patenkind von Bundespräsident Joachim Gauck. Von Patrick Eickhoff

Kleiner Mann, ganz groß. Gestern Vormittag drehte sich bei Oberbürgermeister Horst Schneider alles um Jovan Milanovic-Küstermann, für den der scheidende Bundespräsident offiziell die Patenschaft übernommen hat. Dies macht er in Deutschland für jedes siebte Kind einer Familie. Die Patenschaft repräsentiert die fürsorgende Verpflichtung des Staates für kinderreiche Familien. Jovan ist das 75. Offenbacher Kind, dem diese Ehre zuteil wird. Der Kleine ist der fünfte Junge im Haus. „Er ist nach seiner leider verstorbenen Schwester Jovana benannt“, erläutert Mutter Daniela, die vor knapp 25 Jahren mit ihren Eltern aus Serbien nach Deutschland kam. „Es war eine schwierige Zeit. Ich verstand nicht, was alles um mich herum passiert“, erinnert sie sich an ihre Anfangszeit in Deutschland.

Ihren Mann lernte sie vor 13 Jahren kennen. Mit ihm hat sie fünf Kinder, ihr ältester Sohn aus einer früheren Beziehung lebt nicht mehr daheim. „Wir trafen uns zufällig, als ich meine Tante in Deutschland besucht habe. Jedoch musste ich danach wieder nach Serbien reisen.“, erinnert sich Vater Miroslav an die erste Begegnung mit seiner Frau. „Als unsere Beziehung ernster wurde und wir das erste Kind erwarteten, bekam ich zunächst kein Aufenthaltsrecht und konnte mich nicht um den Kleinen kümmern“, sagt der Gas- und Wasserinstallateur, der sich in Offenbach heimisch fühlt.

Damit es den Kindern genauso geht, hat die Familie ein Eigenheim in Offenbach gekauft. „Bei uns ist es nie langweilig“, lacht Daniela. „Selbst abends kriegen wir die Kinder nicht auseinander. Wir schlafen immer alle zusammen in einem Raum“, verrät sie.

Zuhause kümmert sich Daniela um die fünf Kinder im Alter von eins, vier, sechs, acht und zehn, was tagtäglich eine Herausforderung darstellt. Deshalb nahm sie kürzlich eine Auszeit in Form einer Mutter-Kind-Kur. Aber auch da waren alle Kinder dabei. „Entspannen konnte ich trotzdem“, sagt sie.

Bilder: Bundespräsident Gauck zu Gast in Offenbach

Oberbürgermeister Horst Schneider, der stellvertretend für Bundespräsident Gauck die Urkunde überreichte, meint: „Das ist wirklich ein schönes Beispiel, wie Integration in Deutschland funktionieren kann.“ Den kleinen Jovan interessiert das im Moment nicht. Wenn er älter ist, wird er aber aufgeklärt, was es mit der Ehrung auf sich habe. Begeistert ist er trotzdem. „Der Teddybär hat es ihm angetan“, freut sich Mutter Daniela.

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