Geänderte Abwassergebühr irritiert

Offenbach ‐ 15.000 Informationsschreiben wird der Stadtdienstleister ESO an Grundstücksbesitzer verschicken: Darin wird erläutert, welche Abwassergebühren in Zukunft zu erwarten sind. Die neue Berechnung führt zu erheblichen Irritationen. Von Thomas Kirstein

Künftig wird nach Schmutz- und Regenwasser getrennt - wer wenig Trinkwasser verbraucht, aber viel versiegelte Fläche hat, zahlt deutlich drauf.

Die Umstellung zu Anfang dieses Jahres sei keine freiwillige Initiative des ESO, betont Sprecher Oliver Gaksch. Vielmehr mag der Gesetzgeber nicht länger dulden, dass für jeden Kubikmeter Trink- ein Kubikmeter Abwasser in Rechnung gestellt wird.

Offenbach folgt dem Beispiel vieler anderer Kommunen. Nun wird beim Abwasser zwischen Schmutz- und Regenwasser unterschieden. Erstere Menge bemisst sich weiterhin auf der Grundlage des Trinkwasserbezugs; der Kubikmeter kostet jedoch nur noch 1,97 statt wie bisher 2,28 Euro. Allerdings werden jetzt zusätzlich 0,87 Euro für jeden Quadratmeter in Rechnung gestellt, auf dem der Regen nicht versickern kann, sondern direkt in die öffentliche Kanalisation und anschließend in die teure Frankfurter Kläranlage geleitet wird.

Für die Ermittlung des Anteils an Versiegelung nutzte der ESO aktuelle Luftaufnahmen aller Offenbacher Liegenschaften. Die Eigentümer erhielten Anfang des Jahres Fragebögen, um die Daten gegebenenfalls korrigieren zu können.

Unter dem Strich, so glaubt man beim ESO, dürfte sich die Abwassergebühr für Eingeheimbesitzer nicht wesentlich verändern. Es sei denn, das Verhältnis ihres Trinkwasserverbrauchs zum Versiegelungsgrad ihres Grundstücks wäre ungünstig.

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