Neuordnung

Offenbach: Die Stadt möchte sich mit Marketing-Konzept erneuern

Leiten gemeinsam die OSG: Regina Preis (Stadtwerke) und Fabian El Cheikh (Presseamt). Fotos: Frank van Groen, stadt

Die Stadt soll sich nach außen und innen besser verkaufen. Sie lässt es sich auch etwas kosten, den Wirtschaftsstandort und die Innenstadt zu stärken. 

Offenbach - Beziffern lässt sich kaum, was die Kommune und ihre Gesellschaften schon jetzt über diverse Budgets für Außendarstellung und oft projektbezogene Öffentlichkeitsarbeit, aufwenden. Zwei Zahlen können allerdings verdeutlichen, wie der Magistrat zur finanziellen Stärkung bereit ist: Standen dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit bisher 175 000 Euro für eine Vielfalt von oft auch unterstützenden Maßnahmen zur Verfügung, gibt es nun einen Etat über 515 000 Euro.

Diese Summe ist der pekuniäre Kern eines neuen Stadtmarketingkonzepts, das der Magistrat abgesegnet hat. Es geht zurück auf einen Antrag der Tansania-Koalition aus dem Herbst 2016. Stimmen die Stadtverordneten zu, erhält die Offenbacher Stadtinformationsgesellschaft (OSG) den Auftrag, in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung das Stadtmarketing für Offenbach neu zu organisieren. Weitere Akteure, etwa im Kultur- oder Veranstaltungsbereich, sind einzubinden. „Eine solche enge und auch formalisierte Abstimmung untereinander wird es dann erstmals geben“, sagt Oberbürgermeister Felix Schwenke.

Mit ihm haben die OSG-Geschäftsführer Regina Preis (Stadtwerke) und Fabian El Cheikh (Amt für Öffentlichkeitsarbeit) das Konzept erarbeitet. Es soll die bisher auf die Stadt und ihre Tochterfirmen verteilten Maßnahmen bündeln, die das Ziel haben „die positive Wahrnehmung Offenbachs und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt zu stärken“. Aufgabe für OSG und Wirtschaftsförderung ist es, gemeinsam Ideen zu entwickeln. Auch private Akteure können unter diesem neuen Dach zeigen, „wie spannend, innovativ und liebenswert Offenbach ist“.

Stadtmarketing in Offenbach konzentriert sich künftig auf sechs Geschäftsfelder: Die Wirtschaftsförderung verstärkt gemeinsam mit der OSG das Standort- und das Innenstadtmarketing; die OSG bringt darüber hinaus ihre Kompetenzen im Bereich Veranstaltungs-, Image-, Kommunal- und Tourismusmarketing ein. Von der genannten halben Million Euro sind Konzeption und Umsetzung von Maßnahmen, Material, Zuschüsse zu Veranstaltungen sowie das erforderliche Personal und externe Dienstleister zu finanzieren.

OB Schwenke verspricht sich von der neuen, aufeinander abgestimmten Selbstvermarktung viel: Sie werde dabei helfen, die Standortvorteile Offenbachs mit seinen großen Gewerbeflächen im Zentrum des Rhein-Main-Gebietes zielgerichtet ins Schaufenster zu stellen.

Mit dem Beschluss für die neue Organisationsstruktur haben Wirtschaftsförderung und OSG den Auftrag erhalten, im nächsten Schritt ein Konzept auch für die Kommunikation zu erarbeiten. Dieses soll die Stadt bei der Verwertung von Gewerbeflächen, etwa im Kaiserlei oder auf dem künftigen Innovationscampus (ehemaliges Allessa- oder Clariant-Areal), und bei der Stärkung der Innenstadt unterstützen.

Während Amtsleiter Jürgen Ambergers Wirtschaftsförderung über ihr City-Management die Unterstützung des Einzelhandels forciert, arbeitet die OSG zusammen mit den Veranstaltungs-Fachleuten der Stadtwerke an einem neuen Festeprogramm für die Innenstadt. Dabei greift die OSG besonders auf das Know-How der Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB) zurück.

Diejenigen, die das Konzept vor dreieinhalb Jahren angeregt haben, zeigen sich vom Ergebnis erfreut. Eine aktive Ansiedlungspolitik sowie Hilfe für die durch die Coronakrise bedrängten Einzelhändler und Gastronomen in der Stadt durch ein attraktives Veranstaltungskonzept seien jetzt prioritär, erklärt Tansania-Partnerin FDP. Angesichts der Pandemie sei zudem wichtig, dass Koalition und SPD-Oberbürgermeister in dieser für die Stadt lebenswichtigen Frage an einem Strang zögen, meint der liberale Stadtverordnete Oliver Stirböck.

CDU-Fraktionschef Roland Walter erkennt die Grundlage für ein zielgerichtetes Stadtmarketing, wie es der Antrag 2016 verlangte, „Obwohl die Erarbeitung lange gedauert hat, ist die CDU mit dem Konzept sehr zufrieden. Alle Beteiligten haben sich sehr konstruktiv miteinander abgestimmt“, lobt Walter. Seine Koalition erwartet unter anderem, dass man, wie bereits im Stadion, auch innovative Veranstaltungskonzepte ausprobiert.

Von Thomas Kirstein

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