Film, Vorführungen und Tipps beim Fest

Gedränge im Tierheim Buchhügel 

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Während Frauchen beim Tierheimfest herzlich lacht, schaut Heli, die Hundedame, doch eher skeptisch in die Kamera.

Offenbach - Für Offenbacher Tierliebhaber gab es am vergangenen Sonntag nur ein Ziel: Das Tierheim auf dem Buchhügel, das zu seinem jährlichen Fest geladen hatte. Von Harald H. Richter

Bepackt mit mehreren Tüten ist Luise Herrmann schon auf dem Heimweg. „Nein, ich habe nicht den halben Flohmarkt leer gekauft“, scherzt die Tierfreundin und strebt dem Parkplatz zu. „Aber bei so reichlicher Auswahl gab es doch allerhand zu erstehen, das ich gebrauchen kann“, sagt sie zufrieden. Gudrun Lincke hätte es gefreut, wäre ihr das zu Ohren gekommen. Doch auch so kann die Leiterin des Tierheims mit dem Ablauf des Festes zufrieden sein, das am Sonntag Alt und Jung zur Einrichtung unweit des Wetterparks pilgern lässt. Das Gedränge ist groß, überall schauen sich Neugierige um. Auf der Katzenstation etwa vermittelt ein Film Eindrücke vom Tierheimalltag. Daten, Fakten und Zahlen geben Aufschluss darüber, welcher Aufwand betrieben wird, um ausgesetzten oder gar misshandelten Kreaturen weitere Pein zu ersparen und ihnen vorübergehend Obdach zu bieten, bevor sie in liebevolle Hände vermittelt werden können. Und wer weiß schon, dass die ehrenamtlichen Helfer jährlich 10.000 Stunden Freizeit aufwenden, um mit den im Tierheim betreuten Hunden Gassi zu gehen?

Auf starkes Besucherinteresse treffen erneut die Schauvorführungen des 1. Hessischen Polizei- und Schutzhundevereins Offenbach. Der städtische Ehrenamtsbeauftragte Reinhard Knecht macht seine Aufwartung und lässt dem Vereinsvorsitzenden Jürgen Eichenauer einen Scheck zur Finanzierung der weiteren Arbeit da. Außerdem haben auf dem Tierheimgelände befreundete Organisationen Informationsstände aufgebaut. Sie beraten über artgerechte Haltung, Ernährung und medizinische Versorgung. So ist zum wiederholten Mal die seit 14 Jahren bestehende Selbsthilfegruppe Katzendiabetes vertreten. Sie wird von Carola Hensel und Hans Jürgen Schunk geleitet. Die beiden verweisen darauf, dass Diabeteskatzen bei richtiger Behandlung Lebensqualität zurückerlangen können. Im Umkreis von etwa 100 Kilometern ist das Paar von Mainz aus im Rhein-Main-Gebiet unterwegs und berät über Insulineinstellung und Futtermanagement, gibt zudem praktische Hilfen. „Momentan laufen etwa 40 Betreuungen.“ Das sei zwar zeitintensiv, aber wenn die beiden nach einiger Zeit Rückmeldungen von zufriedenen Katzenhaltern bekommen, dass deren Schmusetiger insulinfrei geworden sind, sei das der schönste Lohn. Demnächst verkürzt sich der Draht zur Selbsthilfegruppe, denn Hensel und Schunk werden im Oktober Offenbacher Neubürger.

Gleich nebenan ist das Team des Vereins Kaninchenberatung im Einsatz für glückliche Langohren. Dort werden reichlich Faltblätter verteilt, die unter anderem auf die Internetpräsenz verweisen. Dass Kaninchen Bewegung bewegen brauchen, damit ihre Muskeln nicht verkümmern und kein Übergewicht entsteht, weiß ein verantwortungsbewusster Kleintierhalter. Doch noch immer werden Artgenossen auf viel zu kleinem Raum gehalten.

Auch am Stand des Vereins SOS Meerschweinchen wird beredt Auskunft gegeben, zumeist zu Ernährungsfragen und Verhaltensauffälligkeiten. Damit das leibliche Wohl der Besucher nicht zu kurz kommt, gibt es abwechslungsreiche Gerichte aus der vegetarischen und veganen Küche, Leckeres vom Grill sowie ein reichhaltiges Kuchenbuffet. Sämtliche Einnahmen fließen in die Finanzierung der künftigen Tierheimarbeit. Das gilt auch für den Erlös aus einem Schätzspiel, das anstelle einer Tombola zum Mitraten animiert. Mehrere Gutscheine für den Besuch einer Therme sind als Preise ausgelobt. Doch selbst wer nichts gewinnt, geht keineswegs mit leeren Händen vom Gelände, sondern reich an neuen Eindrücken oder bepackt mit Flohmarkt-Ware.

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