Gefährliche Kante auf Kaiserleibrücke

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Was Radler zu Fall bringen kann, ist im Dunkeln kaum rechtzeitig zu erkennen.

Offenbach (tk) - Radfahrer Arnulf Zapf will verhindern, dass es andern so ergeht wie ihm. Er war nicht vorgewarnt, das sieht man ihm auch an: eine senkrechte, mit zwölf Stichen genähte Blessur auf der Stirn, blaue Stellen unter den Augen, wo sich die Brille eingedrückt hat.

Schuld ist ein auf etwa 20 Metern schräg im Radweg der Kaiserleibrücke verlaufender, bis zu zehn Zentimeter hoher Absatz.

Vor einer Woche ist der Offenbacher auf der Autobahnbrücke zwischen Offenbach und Frankfurt gestürzt. Normalerweise nimmt er die der Innenstadt zugewandte Auffahrtrampe; die ist momentan aber wegen Bauarbeiten gesperrt. Also bewegt er sich an diesem 5. Dezember die gegenüber liegende Auffahrt hoch. Es ist 17.30 Uhr, also bereits dunkel. Unvermittelt wird sein Rad in Richtung Geländer gedrückt, Zapf knallt mit dem Gesicht auf Metall. Obwohl sein Elektrorad bergauf mehr geschafft hätte, war er nur etwa zehn Kilometer schnell. Zu seinem Glück.

Gestern hat er sich die Unfallstelle noch einmal im Hellen angeschaut. Nun entdeckt er, was ihn aus der Spur gebracht hat – eine teils notdürftig mit einem Brett abgeschrägte Kante, die in der Dunkelheit nicht zu erkennen ist. Unsere Zeitung hat die Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung sowie die Stadt Offenbach über die Radlerfalle informiert: Die Zuständigkeit für den seitlich der Autobahn verlaufenden Radweg war noch nicht zu klären.

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