Gefährlicher Schandfleck

+
Die grüne Idylle trügt. Das ehemalige Friedel-Gelände an der Ecke Mathildenstraße/Gerberstraße wird als Abstellfläche für nicht zugelassene Fahrzeuge und illegale Müllhalde missbraucht. Für spielende Kinder eine Gefahr.

Offenbach ‐ Der Anblick ist höchst unerfreulich: Unkraut, Müll und abgestellte, teils schrottreife Fahrzeuge. Gegenüber der Mathildenschule, Ecke Gerberstraße, ist das ehemalige Gelände des Autohauses Friedel den Bewohnern des Quartiers ein Dorn im Auge. Und nicht nur denen. Von Veronika Szeherova

Das Ordnungsamt ärgert sich schon seit Jahren über die Verhältnisse auf dem Areal. Im Juni sollen konkrete Entscheidungen getroffen werden, wie es mit dem Schandfleck inmitten der östlichen Innenstadt weitergeht.

„Es ist ein Rattenschwanz ohne Ende“, klagt der stellvertretende Ordnungsamtleiter Frank Weber. Denn die Eigentumsverhältnisse des Grundstücks sind nicht gänzlich geklärt. „Vor etwa 15 Jahren wurde eine Gesellschaft gegründet, um das Friedel-Gelände zu kaufen“, berichtet Weber. „Ob es diese GmbH überhaupt noch gibt, ist auch unklar.“ Nach seiner Aussage ist aktuell das Ordnungsamt zusammen mit der Polizei dem ominösen Geschäftsführer „auf den Fersen.“ Seine Behörde habe deutschlandweit Anfragen laufen, um den Wohnsitz des Mannes ausfindig zu machen. „Wir sind an dem Fall dran, denn so wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben.“

Gefährlicher Abenteuerspielplatz für neugierige Kinder

Rein rechtlich ist es die Pflicht des Grundstück-Eigentümers, für Sauberkeit auf dem Gelände zu sorgen. Da dieser über alle Berge ist, vermüllt das Areal zusehends. „Die Nachbarn fanden hier schon giftigen Abfall“, berichtet bestürzt Pfarrerin Patrizia Pascalis von der Schlosskirchengemeinde. Sie betreut die Initiative „Wir im Mathildenviertel“, die aus mehreren Arbeitsgruppen besteht, und deren Ziel es ist, das Leben im Viertel zu verbessern. „Das ist ein gefährlicher Abenteuerspielplatz für neugierige Kinder“, bemängelte die Arbeitsgruppe Sicherheit nach einer Ortsbegehung. Daraufhin thematisierten die Gruppenmitglieder die Problematik beim Runden Tisch Innenstadt, sprachen mit Vertretern von Ordnungsamt, Polizei und der diakonischen Einrichtung „Teestube“.

Mit Zaun und Schloss hatte das Ordnungsamt bereits zuvor den Zugang zum früheren Friedel-Gelände versperrt. Der Stadtdienstleister ESO beseitigte die Abfälle. Doch der öffentlich zugängliche Parkplatz direkt neben dem eigentlichen ehemaligen Autohändler-Grundstück wird indes weiter zugemüllt. „Wir klären momentan mit dem ESO eine weitere gründliche Reinigung“, so Weber.

Areal dient wohl auch als Übernachtungslager

Die Vorwürfe der Arbeitsgruppe, dass man es hier neben illegaler Müllentsorgung auch mit illegalem Autohandel zu tun habe, bezeichnet der stellvertretende Ordnungsamtsleiter als „nicht verifiziert“. Weber räumt aber ein, dass dort oft auch nicht zugelassene Fahrzeuge abgestellt seien, und man nicht immer genau sagen könne, was mit ihnen geschehe. Wie er weiter berichtet, dient das Areal wohl mitunter auch als Übernachtungslager. Ende April seien dort verdreckte Matratzen und Grillzeug entdeckt worden.

Wie es nun weitergeht ? Für Frank Weber ist klar: „Falls es uns nicht gelingt, den Gelände-Eigentümer zu kriegen, werden wir das Grundstück räumen und es abpollern, um es unbefahrbar zu machen.“ Keine Dauerlösung, aber eine kurzfristige Verbesserung.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare