Schulweg ohne Zebrastreifen

+
Gabriele Pehler zeigt’s: Das Schild steht da, doch kein Zebrastreifen weit und breit. Und das auf dem Weg zur Schillerschule.

Offenbach - Gabriele Pehler ist besorgt. Um die Kinder, die auf dem Weg zur Schillerschule täglich an ihrer Wohnung vorbeilaufen. „Der Schulweg ist gefährlich!“, warnt sie. Von Veronika Szeherova

Vor mehr als einem halben Jahr wurde in der Bernardstraße der Fahrbahnbelag erneuert. Seitdem gibt es an der Kreuzung zur Pirazzistraße und am Fußweg vor dem Schuleingang keine Fahrbahnmarkierung. „Die Schilder stehen noch hier, aber Zebrastreifen haben sie keine mehr gemacht“, klagt Pehler.

Seit 37 Jahren wohnt sie an der Bernardstraße, ihr Mann noch viel länger. „Wir haben zwar selbst keine Enkelkinder, aber wir können doch nicht sagen, es geht uns nichts an, was hier passiert“, so die engagierte Offenbacherin. Schüler auf dem Weg von der S-Bahn-Station Ledermuseum und Kaiserlei zur Schillerschule würden auf ihrem Schulweg in brenzlige Situationen geraten. Es falle ihr auf, seit die Markierungen fehlen: „Autofahrer und Schüler, alle sind verwirrt. Manchmal sind die Schüler schon so halb über die Straße gelaufen, und die Autofahrer schimpfen, weil sie ja keinen Zebrastreifen sehen.“ Dass dort trotzdem noch Schilder stehen, sorge zusätzlich für Verwirrung. „Es ist unklar, was eigentlich gilt“, sagt Pehler. „Da kann immer was passieren.“ Weitere Probleme: Die Autos sind oft zu schnell unterwegs, die Straße wird als Parkplatz genutzt.

„Auf dem Schulweg fehlt jegliche Absicherung und Platz“

Schillerschulleiter Thomas Findeisen bestätigt die Problematik: „Wir haben fast 1000 Schüler. Ihnen fehlt auf dem Schulweg jegliche Absicherung und jeglicher Platz.“ Die nicht markierte Straße sei ein Problem von vielen. „Die Eltern sagen gar nichts mehr dazu“, beschreibt er die resignierte Stimmung. Zu viel liege im Argen. „Vor allem die Situation an der Bushaltestelle Goethestraße ist unmöglich, sie bietet überhaupt keinen Platz für die wartenden Schüler“, meint Findeisen. Ein „wilder Parkplatz“ reiche bis an die Haltestelle heran, dann komme gleich die stark befahrene Straße. „An dieser Stelle gibt es zwar wenigstens einen Zebrastreifen, aber wir hatten bei der Stadt ursprünglich eine Ampel beantragt“, so der Schulleiter.

Einen eigenen Schulparkplatz gibt es nicht. „Auch darum haben wir die Stadt gebeten, passiert ist nichts.“ Ähnlich bei einer von der Schule beantragten Freifläche am EVO-Häuschen und Stichstraße. „Wir wollten das Dreieck dort mit den Bäumen als Schulgelände nutzen und eine von uns betreute grüne Zone einrichten, aber das genehmigte uns die Stadt nicht, weil dort angeblich früher eine Tankstelle war und der Boden sozusagen kontaminiert ist“, berichtet Findeisen. Er ärgert sich über die jetzige „Unratecke“.

Ein Ärgernis und eine Sorge weniger

Ein Ärgernis und eine Sorge weniger dürften er und Gabriele Pehler bald haben. An der Bernardstraße wird die Fahrbahn bald wieder mit Zebrastreifen markiert. Das verspricht der zuständige Stadtdienstleister ESO nach Anfrage unserer Zeitung. „Wir werden diese Arbeiten voranstellen, gerade in Bezug darauf, dass es sich um einen Schulweg handelt“, verspricht Sprecher Oliver Gaksch.

Weil der Fahrbahnbelag im Winter erneuert wurde, hätten die Arbeiten witterungsbedingt unterbrochen werden müssen. „Frostzeit und Regen haben zu Verzögerungen geführt“, so Gaksch. „Wir arbeiten die Aufträge in kleinen Arbeitspaketen ab, da kann sich die Reihenfolge je nach Dringlichkeit ändern.“ Die Markierungen sollen „innerhalb der nächsten Tage“ nachgearbeitet werden.

Kommentare