Gefangen in der Stahlwanne

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Gute Nachricht: Das Waldschwimmbad bleibt in diesem Sommer offen. Ob und wann die Sanierung des großen Beckens kommt, steht noch nicht fest. Der EOSC würde die voraussichtlich fließenden Fördermittel gerne für eine ökologische Erneuerung des gesamten Bades verwenden.

Offenbach - Bevor Dieter Levi-Wach eintaucht in die Zahlen, Berechnungen, Prognosen und Wünsche, hat er eine, wenn nicht gar d i e zentrale Botschaft für alle Offenbacher Wasserratten: „Das Waldschwimmbad bleibt in diesem Sommer auf jeden Fall offen“, sagt der Vorsitzende des Ersten Offenbacher Schwimmclubs. Von Matthias Dahmer

In den vergangenen Monaten war nicht nur unter den EOSC`lern heftig spekuliert worden, wann sie denn nun kommt, die Stahlwanne fürs große und undichte Becken. Dabei war immer mal die Rede davon, dass dies auch mitten in der Saison sein könnte. Levi-Wach hält ein glasklares „Nein“ dagegen. Das auf Vorschlag des alten EOSC-Vorstands um Walter Suermann vom Bauamt beantragte Fördergeld aus dem Konjunktuprogramm II in Höhe von 1,25 Millionen Euro wird voraussichtlich nicht vor August fließen, schätzt Levi-Wach. Und dann müssen die Arbeiten auch noch ausgeschrieben werden.

So froh der EOSC-Boss über den vorwiegend aus Wiesbaden kommenden Zuschuss ist, so unglücklich ist er mit dem im Antrag definierten Verwendungszweck. Gefangen in der Stahlwanne, beschränkt der sich nämlich auf die Sanierung des Beckens. Levi-Wach hätte aber gerne mehr Luft. Für eine umfassende ökologische Runderneuerung des Kleinods auf der Rosenhöhe. Eine Verbesserung der Energiebilanz schwebt ihm vor, wobei er vor allem die Duschen im Blick hat. Rund 200000 Euro pro Jahr könnte man sparen, wenn die maroden Nasszellen auf den neuesten Stand gebracht werden, meint der Vereinsvorsitzende. Eine Zahl, die Balsam auf die Seele von Stadtkämmerer Michael Beseler sein dürfte, der jährlich rund 400000 Euro für den Badbetrieb rüberschieben muss. „Meine Idee ist es, die 1,25 Millionen einzusetzen, um Geld zu machen“, sagt Levi-Wach.

Allein: Wie kann eine einmal in Gang gesetzte Bürokratie-Maschinerie gestoppt, kann der Antrag so modifiziert werden, dass aus dem Waldschwimmbad ein Öko-Vorzeigeprojekt wird ?

Eine Verbündete hat Dieter Levi-Wach gefunden. Bürgermeisterin Birgit Simon schwimmt mit auf der Energiesparwelle. Auch sie würde gerne das Bad „als Einrichtung der Daseinsvorsorge beispielhaft energetisch sanieren“, wie sie sagt. Das ihr unterstellte Umweltamt prüft derzeit zusammen mit der EOSC-Spitze, wie und wo man an weitere Zuschusstöpfe kommt.

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