Radtour unter der Einflugschneise

Gegen Lärm gestrampelt

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Stopp am Alten Friedhof: Die Radler informierten sich dort über die Lärmmessstation.

Offenbach (nn) - Rund 100 Fluglärmgegner haben am Mittwoch gegen den Krach am Himmel in die Pedale getreten. Organisiert hatte die etwa 20 Kilometer lange Radtour von Mühlheim über Offenbach bis zum Frankfurter Lerchesberg die Bürgerinitiative Luftverkehr Offenbach (BIL).

Sie fand im Zuge der laufenden Fluglärm-Aktionswochen und anlässlich des bevorstehenden ersten Jahrestages der Eröffnung der Nordwestlandebahn statt. Im Verlauf der Route wurden auch Teile der Landeanflugschneisen abgefahren.

Die Tour begann um 13 Uhr am Naturfreundehaus Mühlheim, wo auch viele Mühlheimer begrüßt werden konnten, und führte zunächst zur Fluglärmmessstation auf dem Alten Friedhof in Offenbach, wo es Infos zu Funktion und Ergebnissen der Lärmmessungen gab. An der Kreuzung Sprendlinger Landstraße und Bismarckstraße wurden anschließend die Lärmverstärkung durch Tiefflüge und andere Flugmanöver auf der Nordwestlandebahn dargestellt. Die schon seit Jahrzehnten prekäre Situation im Stadtteil Lauterborn mit der parallelen Südlandebahn stand im Mittelpunkt des Stopps am Europaplatz.

Am Flug- und Autobahn verlärmten Maunzenweiher vorbei

Der weitere Weg führte dann am eigentlich idyllisch gelegenen, aber durch Flug- und Autobahn verlärmten Maunzenweiher vorbei zum Alten Friedhof in Oberrad. Dort wurden die Teilnehmer von Mitgliedern der Bürgerinitiativen Oberrad und Sachsenhausen begrüßt, bevor am Goetheturm den Teilnehmern ein überdimensionales Plakat präsentiert wurde, das mit dem Text „Die Bahn muss weg“ weit sichtbar am eigentlich gesperrten, oberen Teil des Turms angebracht wurde.

Am Lerchesberg, wo die Abschlusskundgebung stattfand, berichteten die Organisatoren von beunruhigenden ersten Messergebnissen der dort aufgestellten Schadstoffmessstation und gaben Auskunft über den Stand der weiteren juristischen Auseinandersetzung nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig.

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Einig war man sich in der Beurteilung der Nord-West-Landebahn als raumunverträglich, der Forderung nach einem Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr und dem Erfordernis der Begrenzung der jährlichen Flugbewegungen auf 380.000.

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