Gegen Raucherbeine anfilmen

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Ideen gegen das Rauchen gefragt: Die Offenbacher Nachwuchs-Lions setzen auf den Einfallsreichtum von Film- und Video-Studenten der HfG.

Offenbach ‐ Wenn Erwachsene die jungen Leute vor den Gefahren des Rauchens warnen, hat das weder besonderen Nachrichtenwert noch überzeugende Wirkung. Wenn hingegen junge Leute die Initiative ergreifen, mag das bei Schülern auf fruchtbareren Boden fallen. Von Melanie Gärtner

Der Offenbacher Leo-Club Sophie von La Roche glaubt, dass es bundesweit einmalig ist, was er auf die Beine stellt: Gemeinsam mit der Herzstiftung und der Hochschule für Gestaltung (HfG) will die Lions-Jugend den Offenbacher Schülern die Gefahren des Rauchens vor Augen halten.

Dabei sollen Studenten der HfG gegen Raucherbein und Lungenkrebs anfilmen und mit kreativen Kurzfilmen frischen Wind in die Aufklärungsaktionen gegen den blauen Dunst bringen.

Wichtig ist uns, dass die Kampagne eine Aktion von jungen Leuten für junge Leute ist“, sagt Caroline Glaab, Präsidentin der Offenbacher Leos. „Wir 22 sind selbst zwischen 20 und 28 Jahre alt und auch noch nicht allzu lange aus der Schule heraus und erinnern uns noch gut daran, wie viele Schüler in der Pause dastanden und ohne Zigarette gar nicht wussten, was sie mit ihren Händen machen sollten.“ Von ihnen rauche natürlich niemand, beteuert sie.

Filme sind eine gute Möglichkeit, zu diskutieren

Die Kurzfilme, die unter Leitung von HfG-Professorin Rotraut Pape entstehen, sollen im Oktober 2010 im Offenbacher Capitol gezeigt werden. Jule Thomas von der Herzstiftung hat einen eigens für Schüler konzipierten Vortrag gestaltet und bietet teilnehmenden Schulen an, die Schüler vorab über die medizinischen Folgen des Rauchens zu informieren. Danach sind die Schüler zur Filmvorführung ins Capitol eingeladen.

HfG-Student Matthias Lawetzky steht hinter der Idee der Kampagne. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es auf künstlerischem Weg klappt, junge Leute gegen das Rauchen zu sensibilisieren“, sagt er. „Was die Mutter oder der Arzt sagt, ist den Jugendlichen in dem Alter doch meistens egal. Filme sind eine gute Möglichkeit, eine Diskussion auszulösen.

Bis Januar sollen die Studenten Drehbücher erstellen. Die besten zehn werden ausgewählt und produziert. Anreiz für die Studenten ist ein Preis. Die Schüler sollen nach der Vorführung abstimmen und die drei Filme auswählen, die ihnen am besten gefallen haben. Wie hoch die Preise dotiert sein werden, hängt noch von der Summe ab, die die Leos sammeln können.

Organisatoren hoffen auf Spenden

„Wir haben große Pläne“, sagt Caroline Glaabe. „Wir würden die Kampagne gerne ausweiten und die Filme 2011 auch hessenweit zeigen. Es wäre toll, wenn wir einen Beitrag für rauchfreie Schulen leisten könnten.“ Die Leos hoffen dabei auf Rückhalt und Unterstützung der Offenbacher, denn die Spendentöpfe für die Anti-Raucher-Aktion sind noch nicht ausreichend gefüllt.

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