Gehalt frisiert

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36-Jähriger verurteilt wegen Kreditbetrugs

Offenbach ‐ Das Offenbacher Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck hat jetzt einen 36- Jährigen wegen Kreditbetrugs zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Da der bislang nicht vorbestrafte Mann, der sich 90.000 Euro erschlichen hatte, zunächst nur seinem Freund helfen wollte, keinen Vorteil aus der Tat ziehen konnte und seine Arbeitsstelle durch die Tat verlor, setzte Beck die Strafe zur Bewährung aus. Von Matthias Dahmer

Der zur Tatzeit im Mai 2008 als Arbeiter in einem Großhandelsgeschäft tätige Mann ist ein Kind jugoslawischer Migranten und verkehrte in Gaststätten, in denen sich Bosnier treffen.

Ein Freund des Angeklagten brauchte dringend Geld, da er sich bei zwielichtigen Personen Geld geliehen hatte und diese ihn nun bedrohten, weil er nicht mit der Rückzahlung in Verzug war.

Der Angeklagte fragte deshalb herum, ob jemand dem Freund helfen könne. In einem Lokal wurde ihm erzählt, dass es einen Mann namens Rado (Name geändert) gebe, der solche Kredite besorge.

Der Angeklagte, der seinem Freund helfen wollte und selbst davon träumte, ein großer Geschäftsmann zu werden, nahm Kontakt zu Rado auf. Der erzählte ihm, dass er leicht 90.000 Euro von Banken bekommen könne. Man müsse nur ein wenig die Einkommensnachweise „stimmig“ machen und dann würde das schon laufen. Er könne das aber nicht umsonst machen und müsse rund 30.000 Euro Provision kassieren, meinte Rado.

Dessen Plan ging dann auch weitgehend auf. Bei den Banken wurde das Einkommen des Angeklagten gefälscht, und in wenigen Tagen hatte der Angeklagte nach Abzug von Rados Provision 60.000 Euro zur Verfügung. Davon gab er seinem Freund 20.000 und investierte gutgläubig bei einem anderen Freund 40.000 Euro, der ihm versprach, as Geld in den Autohandel zu stecken und zu vermehren. Stattdessen tauchte der Mann jedoch mit dem Geld ab auf Nimmerwiedersehen.

Der Angeklagte wurde ebenso festgenommen wie Rado, der nicht nur dem Angeklagten einen Kredit besorgt hatte und dafür inzwischen zu fast fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Er dürfte insgesamt mindestens 200.000 Euro Provisionen kassiert haben.

Vorm Schöffengericht trat er nun als Zeuge auf und lobte sich selbst über alle Maßen als Freund der Armen und Bedrängten. Er habe die Not seiner Landsleute gesehen und nicht mehr ertragen können. Und er hoffe, so Rado, dass er nach der Entlassung aus dem Gefängnis diese Menschen weiterbetreuen könne.

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