Neues Fußballstadion

Kommentar: Auf geht’s, Kickers

Offenbach - Im Ligabetrieb, Samstagmittag, vierzehn Uhr, skandieren die OFC-Fans lautstark: „Jetzt geht’s los, jetzt geht’s los...“ Das hätten sie auch nach der jüngsten Magistrats-Sitzung bestimmt gern angestimmt, nachdem die oberste Verwaltungsspitze das Konzept für den Neubau eines Fußballstadions am Bieberer Berg beschlossen hat. Von Martin Kuhn

Man wertet es in Offenbach als Votum für die Kickers, für den Profifußball, für den Neubeginn.

Sicher, es ist Balsam auf die rot-weiße Fußballseele, wenn sie eine neue Wirkungsstätte erhält; lange nach der Eintracht und dem FSV in Frankfurt oder dem SV Wehen in Wiesbaden. Aber Vorsicht! Das alles haben die Offenbacher schon gehabt – die euphorische Aufbruch-Stimmung in eine neue Ära, der endgültige Abschied aus dem ewigen Jammertal. Ein Beispiel: Mit dem Engagement des Managers und Spielervermittlers Klaus Gerster („Der schwarze Abt“) war bei den Kickers der Aufstieg in die 1. Liga schon festgemacht. Davon ist eigentlich nur eins auf dem Bieberer Berg geblieben – eine nicht funktionierende Anzeigetafel, in Fankreisen auch Klaus-Gerster-Gedächtnistafel genannt.

Lesen Sie auch den Bericht über das neue Stadion sowie das Interview mit OFC-Vizepräsident Thomas Kalt oder schauen Sie das Video zur Pressekonferenz.

Und heute? Da tätigt die Stadt Offenbach gegen viele Widerstände eine Millionen-Investition, bereitet den Fußballern die Bühne, die sie so lange gefordert haben. Das Grollen der Gegner, die stets gute Gründe gegen das finanzielle Engagement einer hoch verschuldeten Stadt angeführt haben, wird nicht verstummen. Es liegt künftig auch mit am derzeitigen Drittligisten OFC, das zu ändern. Erst lauter Jubel über attraktive Kombinationen, fulminante Soli und tolle Tore wird die kritischen Stimmen übertönen.

Also: Auf geht’s, Kickers, schießt ein Tor...

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