Pilotprojekt von Hessen Mobil

Neue Verkehrsführung im Geisfeldkreisel

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Noch schnell die Spur gewechselt, sonst geht’s nur noch nach Sachsenhausen: Die Beschilderung der neuen Verkehrsführung im Geisfeldkreisel ist zwar korrekt, steht nach dem Empfinden nicht weniger Autofahrer aber zu nah am Kreisel, so dass der Spurwechsel nur mit Mühe gelingt.

Offenbach - Es ist ein hessenweites Pilotprojekt, das dem Autofahrer ein Umdenken abverlangt: Seit kurzem ist die Verkehrsführung im stark befahrenen Geisfeldkreisel am südlichen Ende der Sprendlinger Landstraße geändert. Von Matthias Dahmer 

Egal aus welcher Richtung man in den Kreisel einfährt – rechtzeitiges Einordnen ist angesagt. Denn wer auf der jeweils rechten von zwei Spuren bleibt, wird gezwungen, an der nächsten Ausfahrt wieder abzufahren. Ein Wechsel der Fahrspur ist innerhalb des Runds nicht mehr möglich. Konkret heißt das: Wer zum Beispiel auf der Sprendlinger Richtung Kreisel fährt und rechts bleibt, kommt unweigerlich auf die B 3 nach Frankfurt. Die Kreiselausfahrten Richtung Dreieich und Neu-Isenburg beziehungsweise zur A3 erreicht nur, wer sich rechtzeitig auf die linke Spur begeben hat. Für die anderen drei Zufahrten in den Geisfeldkreisel gelten die entsprechenden Regeln.

Rainer Buck von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Offenbach erklärt, warum es die Änderungen gegeben hat: Grund sind die vielen Unfälle in den vergangenen Jahren. „Vorwiegend handelte es sich um Vorfahrtsverletzungen und Auffahrunfälle“, sagt Buck. Polizeisprecherin Andrea Ackermann betätigt: Der Kreisel, durch den täglich zirka 34.000 Fahrzeuge rollen, gilt seit 2010 als Unfallschwerpunkt. 2012 wurden dort 38 Unfälle polizeilich aufgenommen, 2013 waren es 48 und im vergangenen Jahr 46.

So sieht ein verkehrsplanerischer Bypass aus: Die rechte Fahrspur führt immer nur zur nächsten Ausfahrt, im Kreisel gibt es nur noch einen Fahrstreifen.

Nachdem die Verengung auf eine Fahrspur an den nördlichen und südlichen Einfahrten keine Verbesserungen gebracht hätten, so Buck weiter, habe man sich in Absprache mit Hessen Mobil und der Polizei für die sogenannte Bypass-Lösung entschieden, die beim Rechtseinordnen zur nächsten Ausfahrt leite und den Kreisel selbst nur noch einspurig befahrbar mache. Nach Angaben von Stefan Hodes, Pressesprecher von Hessen Mobil, handelt es sich um ein Pilotprojekt, weil der Geisfeldkreisel das einzige Rund im Kreis Offenbach ist, das als sogenannter übergroßer Kreisverkehrsplatz mit einem Außendurchmesser von mehr als 150 Meter komplett mit Bypässen ausgestattet ist. Ähnliche Regelungen, allerdings nur für einen Teil, gibt es seit Jahren schon etwa im Tannenmühlkreisel an der B448.

Vergleichsweise niedrig waren die Kosten des Ende Mai fertiggestellten Umbaus. 41.000 Euro mussten dafür aufgewendet werden. Bis September will die Offenbacher Straßenverkehrsbehörde beobachten, ob und wie sich sich die neue Verkehrsführung bewährt. Um dann gegebenenfalls nachzujustieren. Möglicherweise ist das bei der Beschilderung nötig. Autofahrer bemängeln, dass die Wegweiser zu nah am Kreisel angebracht sind und deshalb erst spät erkannt würden, was einen auf Höhe der Schilder-Standorte noch möglichen Spurwechsel erschwere. Zudem seien die Hinweise nicht plakativ genug. Hessen-Mobil-Sprecher Hodes will denn auch nicht ausschließen, dass es „im Zuge der Beobachtungsphase zu weiteren Anordnungen und somit zu ergänzenden Maßnahmen kommt“.

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